Nubiens Sonne strahlt im Kulturhaus

<strong>Furioser Auftakt zur zweiten Konzerthälfte: </strong>Michael Ewig, Annemarie Reuter und Dorothea Maria Müller sangen 'Wo die Schoschonen schön wohnen' aus 'Der Schuh des Manitu'.
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Furioser Auftakt zur zweiten Konzerthälfte: Michael Ewig, Annemarie Reuter und Dorothea Maria Müller sangen "Wo die Schoschonen schön wohnen" aus "Der Schuh des Manitu".

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27. Januar 2013, 05:51 Uhr

Wittenberge | Nein, er sei nicht sonderlich aufgeregt, meint Maximilian Klakow nach der Generalprobe. Das sagt ein 20-Jähriger, der in gut einer Stunde ein bunt zusammengewürfeltes Orchester, einen Laienchor mit knapp 50 Sängern und vier Solisten dirigieren wird. Und als wenn das nicht schon Grund genug für Lampenfieber wäre, findet das Konzert auch noch vor heimischen Publikum statt. Klakow kommt aus der Prignitz, besuchte das Gymnasium Pritzwalk und absolvierte erfolgreich die Schauspielschule Stage-School in Hamburg. Mit der Gala "Wünsche werden wahr", erfüllte sich der Musicaldarsteller am Sonnabend im Kultur- und Festspielhaus Wittenberge einen Traum.

"Als wahnsinnig spannend", bezeichnet er die Arbeit der vergangenen Tage. Stundenlange Proben mit den rund 70 Mitwirkenden, Autopanne bei der Anreise, krankheitsbedingte Absage der Flötistin... Aber sie hätten alles in den Griff bekommen und das 13-köpfige Orchester mit Berufs- und einigen wenigen Laienmusikern eröffnet den Abend im ausverkauften Haus mit der Ouvertüre aus Tanz der Vampire.

Es sei ein Risiko gewesen, meint Klakow. Vor einem Jahr traf er sich mit Hans-Joachim Böse, dem künstlerischen Leiter des Hauses. Eine Musical-Gala - das sei schwierig, der Markt gesättigt. Aber die Mischung aus regionalem Bezug und live gespielter Musik überzeugte Böse und macht ihn zu einem der wichtigsten Partner, dankt Maximilian Klakow.

Regional ist wörtlich zu verstehen: Petko Petkov von der Kreismusikschule arrangierte einen Großteil der Lieder, Note für Note exakt passend zum Orchester. Im Chor singen Schüler aus der Prignitz, unterstützt durch Angelo Raciti, dem künstlerischen Leiter der Lotte-Lehmann-Woche. Hans-Joachim Böse fungiert als Produzent. Die vier jungen Solisten Annemarie Reuter, Dorothea Maria Müller, Michael Ewig und Ben Knop, allesamt Absolventen der Stage-School, sorgen mit ihren ausgebildeten Stimmen für Gänsehaut unter den Zuschauern.

Optisch und musikalisch reißt das gesamte Ensemble den Saal beim Lied "Wo die Schoschonen schön wohnen" aus "Der Schuh des Manitu" mit. Übertroffen wird es noch mit dem wunderbaren Lied "Die Sonne Nubiens" aus Aida. Standing Ovation, nicht endend wollender Applaus und kurzzeitige Irritation hinter der Bühne. Eine Zugabe war gar nicht eingeplant, aber der Name des Programms verpflichtet. So wird auch dieser Wunsch noch wahr, bevor nach Aida endgültig der Vorhang fällt und letzte Zweifel ausgeräumt sind: Der Mut hat sich gelohnt, es war ein wunderbarer Abend.

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