zur Navigation springen

Ausblick auf das Jahr 2017 : Notärzte suchen Nachwuchs

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Rettungsdienst bereitet sich auf mehr Arbeit auf der A 14 vor

svz.de von
erstellt am 04.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Nach einem anstrengenden Jahr 2016 richten die Notärzte der Prignitz den Blick auf künftige Herausforderungen. Eine davon heißt A 14. „Am einzigen bereits fertiggestellten Abschnitt Karstädt-Grabow haben wir noch wenig zu tun. Die Strecke ist kurz und übersichtlich und noch nicht sehr befahren“, sagte Lutz Dieckmann, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes in der Prignitz.

„Das könnte sich ändern, wenn zum Jahresende der Abschnitt bis Ludwigslust freigegeben wird. Mittelfristig kommen zudem weitere Abschnitte im Landkreis und einer in Richtung Seehausen hinzu. Wir Prignitzer Notärzte werden dabei aus Gründen der leichteren Erreichbarkeit bei Unfällen auf den Fahrbahnen in Richtung Ludwigslust und Seehausen zuständig sein, die Gegenrichtungen übernehmen jeweils die Retter aus den Nachbarregionen.“

Die Prignitzer Notärzte wollen für die Autobahn Erfahrungen nutzen, die Pritzwalker Kollegen seit vielen Jahren an der A 24 sammeln, wo es regelmäßig schwere Unfälle gibt, beispielsweise zum Jahreswechsel. Entsprechend schwierig und anspruchsvoll ist dort der Einsatz der Mediziner.

2016 wurden die Vereinsmitglieder gefühlt etwas häufiger zu Verkehrsunfällen gerufen als im Jahr zuvor. Von Einsätzen bei tödlichen Karambolagen blieben sie lange verschont, um dann im Dezember gleich mehrfach zu solchen Ereignissen gerufen zu werden. Insgesamt bewegte sich die Beanspruchung der Mediziner auf dem Niveau der Vorjahre.

Der Verein Notärzte Prignitz verfügt über einen seit Jahren bewährten Stamm an Mitgliedern, viele sind schon mehr als 20 Jahre dabei, ab und zu kommen neue Ärzte hinzu. Dennoch ist es nicht einfach, durchgehend für die Stadtorte Perleberg, Pritzwalk und Wittenberge die Notfallbereitschaft zu sichern. „Das funktioniert nur, weil beispielsweise in der Urlaubszeit Mitglieder mehrere Tage im Monat den Dienst übernehmen“, betonte Dieckmann.

Frei von Sorgen ist der Verein aber auch nicht. Viele bewährte und Gründungsmitglieder nähern sich dem Rentenalter. Ab dem Jahr 2020 werde das spürbar sein. Deshalb wolle sich der Verein verstärkt um Nachwuchs kümmern, so der Vorsitzende Lutz Dieckmann.

Das Urteil des Bundessozialgerichts aus dem Vorjahr, welches das Notärztesystem im Mecklenburger Seenkreis wegen Scheinselbstständigkeit kippte, habe für die Prignitz kaum Bedeutung, weil die Mediziner fest angestellt und sozialversichert seien, ihre Tätigkeit freiwillig unter dem Dach des Notärztevereins ausüben.

„Das Modell, dass an der Notfallmedizin interessierte Ärzte freiwillig unter dem Dach eines Vereins tätig werden, ist nahezu einmalig“, so Dieckmann. Es wird von den Kassen inzwischen aber als beispielhaft angesehen.

Die Aufsicht über den Rettungsdienst führen sieben leitende Notärzte, von denen immer einer Dienst hat. „Für alle leitenden Notärzte gilt, dass sie langjährige Erfahrung im Rettungsdienst haben, den Landkreis und Einsatzpartner wie die Feuerwehr oder die Polizei kennen. Bei schweren Einsätzen fahren sie mit hinaus und übernehmen die Leitung der Rettungsaktion“, so Dieckmann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen