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Der Prignitzer

20. November 2017 | 14:54 Uhr

Nostalgiker: Ein bisschen verrückt sein

vom

svz.de von
erstellt am 02.Apr.2012 | 11:48 Uhr

Perleberg | Oldtimerfans und Freunde von alten Militärfahrzeugen, einige in waschechten Militäruniformen, kamen bei "Sobos Militär- und Oldtimertreffen" am Sonnabend in Perleberg voll auf ihre Kosten: "Man muss schon ein bisschen verrückt sein!" Dieses Geständnis macht Steffen, der in seiner Heimat Rostock einen geländegängigen Militärjeep stehen hat und diesen in zwei Jahren komplett aufbaute. Am Sonnabend kam er als Gast nach Perleberg.

Das Areal am Radarhügel auf dem Flugplatz verwandelte sich in ein Freilichtmuseum für Autos aller Art. Seltene trafen auf bekannte russische Panzer, Veteranen der NVA und ehemaligen Ostblock-Staaten trafen auf Familien mit kleinen Kindern. Alte Lkw, Motorräder, alte und neue Feuerwehrfahrzeuge gab es hier zu sehen.

Normalerweise organisiert Frank "Sobo" Sobolewski dieses Treffen in Seehausen. Das ist nun vorbei. Er leitet die Oldtimersaison künftig in Perleberg ein. "Sobo" ist Mitglied bei den Perleberger Oldtimerfreunden. Der Club veranstaltet regelmäßig im Juli ein großes Treffen. Die Veranstaltung am Sonnabend organisierte "Sobo" allein. "Ich habe extra keine Einladungen verschickt, hier kann kommen, wer will", sagt er. Hauptsache alt. Mehr als 60 Fahrzeuge konnte er begrüßen. Sie rollten nicht nur aus Perleberg und der Umgebung, sondern auch aus Schwerin und Wismar an.

Zurück zu Steffen. Gemeinsam mit Peter und Bernd fachsimpeln sie über ihr Hobby. "Es macht einfach Spaß, aber man braucht eine sehr tolerante Familie", sagt Steffen und erhält zustimmendes Nicken von Peter und Bernd. "Ich habe ursprünglich einen Wagen für die Jagd auf dem Acker im Winter gesucht und bin dann auf den P3 gestoßen", erzählt Peter seine Geschichte. Das Fahrzeug war Schrott, als er es kaufte. Zwei Jahre später hatte er es funktionstüchtig gemacht. "Das Problem bei diesem Hobby ist ja nun einmal, dass es keine Ersatzteile dafür gibt. Deshalb gründeten wir den Verein der P3-Freunde. Hier kann sich jeder mit jedem austauschen", so Peter.

Auf einen ganz besonderen Gast ist "Sobo" beim Rundgang besonders stolz. "Der SPW 40 ist ein russischer Schützenpanzerwagen und wurde vom Besitzer intensiv aufgearbeitet."

Das militärische Verständnis dafür bringen der zehnjährige Maximilian und der fünfjährige Johannes noch nicht auf. Aber immerhin interessieren sie sich für alte Fahrzeuge. Und noch mehr begeistert sie die Feuerwehr. Drei davon, das älteste stammt aus dem Blaulichtmuseum Beuster, verdeutlichten den technischen Fortschritt.

Das modernste Löschfahrzeug, eine neue Errungenschaft der Perleberger Wehr, trat dann auch bei der Wette gegen das Flugplatzlöschfahrzeug aus dem Jahre 1973 an. Es galt in etwa 40 Metern Entfernung eine Tonne mit dem Wasserstrahl umzustoßen. Irrtum, wer dachte, moderne Technik macht das Rennen. Das Alte hatte zwar zuerst Wasser, doch die Tonne hatten beide Wagen zur gleichen Zeit umgeworfen. Daran geknüpft war die Auslosung eines Gewinners, der beim Eintritt auf das richtige Fahrzeug getippt hatte. Das war nun hinfällig, alle Lose wurden gemischt und der Sieger des hellblauen Trabant 601 gekürt. Der Gewinner gab als Namen "H. Meierholz" an, wohnhaft in Boberow. Leider war er bei der Siegerehrung nicht mehr da, er wurde benachrichtigt.

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