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Flughafen Berlin-Brandenburg : Noch eine Milliarde mehr bis zum ersten Abflug?

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Berlins neuer Großflughafen BER wird möglicherweise um noch einmal 1,1 Milliarden Euro teurer. Das geht aus einem Bericht des Projektsteuerers WSP/CBP hervor.

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erstellt am 01.Nov.2013 | 09:21 Uhr

Berlin | Berlins neuer Großflughafen BER wird möglicherweise um noch einmal 1,1 Milliarden Euro teurer. Das geht aus einem Bericht des Projektsteuerers WSP/CBP hervor, aus dem gestern mehrere Medien, unter anderem die "BILD"-Zeitung zitierten. Die Gesamtkosten des Projekts betragen demnach sechs Milliarden Euro. Mehrkosten von allein 240 Millionen würden demnach auf eine längere Sicherung der Baustelle entfallen. 290 Millionen würden für einen verbesserten Schallschutz für die Anlieger des Flughafens benötigt.

Zudem kündigte der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba (CDU), anlässlich einer Sitzung des BER-Untersuchungsausschusses an, dass vermutlich erst im kommenden Frühjahr ein neuer Termin für die bereits mehrfach verschobene Eröffnung des Prestigeprojekts genannt werden könne. Vor dem Ausschuss erklärte Bomba zudem, der neue Flughafen werde wohl erst in den 2020er Jahren Gewinn abwerfen. Bis dahin rechne man mit Anlaufverlusten. Die Flughafengesellschaft wollte den Zeitungsbericht nicht kommentieren.

Brandenburgs Politik dagegen reagierte mit Unverständnis auf die neuerliche Kostensteigerung. Brandenburgs Flughafenstaatssekretär Rainer Bretschneider, der auch Mitglied des Aufsichtsrats der Flughafengesellschaft ist, wies die Medienberichte als "Spekulation" zurück. Die Vorsitzende des am Montag zu seiner nächsten Sitzung zusammentretenden BER-Sonderausschusses im Brandenburger Landtag, Klara Geywitz (SPD), forderte gegenüber dieser Zeitung die Flughafengesellschaft auf, nun endlich einen "Kosten- und Zeitplan" für das Projekt vorzulegen. "Bei der nächsten Aufsichtsratssitzung muss da Klarheit herrschen", so Geywitz. Eröffnungstermine für den Flughafen könne man nicht politisch beschließen. "Es ist ein natürlicher Vorgang, dass die Geschäftsführung zunächst versucht, sich einen Überblick zu verschaffen." Bedauerlich sei die Dauer dieses Vorgangs.

Ähnlich äußerte sich die Sprecherin des Potsdamer Finanzministeriums, Ingrid Mattern. "Die Zahlen aus der BILD-Zeitung liegen uns nicht vor, und sind uns nicht bekannt", so Mattern. "Wenn diese Zahlen aber stimmen, wäre es sehr verwunderlich, dass sich die Geschäftsführung der FBB nicht im Stande fühlte, sie dem Aufsichtsrat vorzulegen."

Die oppositionelle Brandenburger CDU, die bereits am Dienstag eine Anhörung des Potsdamer Haushaltsausschusses zu den Gesamtkosten des BER angekündigt hatte, warf der Flughafengesellschaft fehlende Transparenz und Klarheit vor.

Wie teuer der BER den Steuerzahler insgesamt zu stehen kommt, bleibe weiter ein Exklusivwissen der Verantwortungsträger. "So lange wir nicht exakt sagen können, wann der Flughafen eröffnet wird, kann es nur vage Schätzungen geben", so der Fraktionschef der Grünen, Axel Vogel. "Die einzige belastbare Aussage lautet: Es wird teurer." Während der nächsten Sitzung des Haushaltsausschusses wolle er deswegen "einen Betrag X" als Verpflichtungsermächtigung in den Haushaltsplan für 2015 schreiben lassen. "Wir werden mal 300 Millionen Euro ansetzen, und dann wird Finanzminister Helmut Markov ja wohl nicht drum herumkommen, und exakte Zahlen liefern."

Der FDP-Landeschef Gregor Beyer kündigte gegenüber dieser Zeitung an, im Sonderausschuss zu beantragen, dass dessen Sitzungen künftig auch im Vorfeld von Aufsichtsratssitzungen stattfinden sollen. "Man erfährt immer nur im Nachgang, was entschieden wurde", sagte Beyer.

 

 

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