Kneipennacht Perleberg : Noch eine Chance für Nightpearls?

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Gastronomen der Stadt wollen sich in der nächsten Woche treffen und nach Möglichkeit suchen /Bürgermeisterin bietet Moderation an

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05. März 2015, 08:00 Uhr

Es war gestern die Hiobsbotschaft: Keine Nightpearls – keine Kneipennacht mehr am 30. April in Perleberg. Die Organisatoren Maria und Uwe Steuer haben die Veranstaltung abgesagt. Aus Spaß an der Freude, mit dem Frühling die Stadt musikalisch aus dem Winterschlaf zu holen, ist Frust geworden. Aus dem musikalischen Bummel durch die Gastlichkeiten der Altstadt wurde ein feucht-fröhliches Straßenfest.

„Schade“, so die erste Reaktion von Simone Pagel, der Inhaberin des „Avalon“. So lange sie denken könne, sei sie dabei gewesen. „Ich ärgere mich auch darüber, dass die Nightpearls zum Straßenfest verkommen sind, vor allem aber über die Trittbrettfahrer.“ Insofern könne sie die Steuers schon verstehen. Auf der anderen Seite sei der 30. April seit 13 Jahren ein fester Termin, den man auch nicht aufgeben sollte. „So viele Leute sind sonst nie in der Stadt und schon gar nicht in den Gaststätten.“ Sie hoffe fest, dass über das Aus noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Einige Gastronomen hätten bereits signalisiert, dass man sich treffen wolle.

Mit „überaus traurig“ kommentiert Christian D’inca, einer der Geschäftsführer des Eiscafés Belluno, das Aus für die Kneipennacht. Doch wenn die Besucher draußen feiern wollen, dann können sie daran nichts ändern. Außer Frage stehe für ihn, dass die Nightpearls eine der größten Veranstaltung mit in der Stadt war, die seit vielen Jahren auch funktioniert hat. „Für mich ist die Sache noch nicht komplett abgehakt.“ In den nächsten Tagen wolle man sich treffen, um nach einer Lösung zu suchen. Dabei müsse es auch darum gehen, dass nicht einige sich engagieren und andere nur kostenlose Nutznießer sind.

Dass es weitergeht, dafür plädiert auch Tino vom Ristorante „L’Italiano“. „Allein schaffe ich es aber nicht“. Er wolle mit versuchen, dass so schnell wie möglich die Gastronomen an einen Tisch kommen, was schwer genug sei, denn so lange er in Perleberg sei, habe das noch niemand geschafft. Auch für ihn sei wichtig, dass viele mitmachen und nicht einige zahlen und die anderen kostenlos ihre Türen öffnen. Außer Frage stehe, Musik und Gastronomie gehören hier zusammen. Beides habe sich einen Namen gemacht, beides ziehe die Leute in die Stadt. Wenn die aber lieber draußen feiern möchten, dann muss er dem auch Rechnung tragen. Kurzum, man müsse sich einfach zusammensetzen und darüber reden. „Wenn Dr. Steuer fragt, wer ist dabei, ich auf jeden Fall. Wir sind die Gastronomen, er hat die Kontakte zur Musik. Jetzt heißt es, zusammenzukommen.“

Viele Jahre habe auch das „Belo Horizonte“ mitgemacht, bestätigt Inhaber Thomas Tietz. Doch so wie es zum Schluss gelaufen sei, gehe es nicht mehr. Das Problem sei, die Leute gehe dorthin, wo es nichts kostet und diese Gastronomen profitieren vom Einsatz anderer. Insofern sei vielleicht auch die Stadt gefordert, zu so einem Event wie der Kneipennacht nicht auch noch andere Veranstaltungen zu genehmigen, die vom Charakter her schon einer Gegenveranstaltung gleichen. „Das Gros, was die Steuers organisiert haben, war schon schick, doch man muss eben auch hinschauen, wer kocht nebenbei noch alles sein Süppchen. Für ein Spiel plus-minus Null ist der Aufwand zu groß. Wir sind Gastronomen und müssen auch wirtschaftlich denken.“

Die Nightpearls sind ein Event in Perleberg, das die Steuers aus der Taufe gehoben haben. „Es ist ein gutes Signal der Gastronomen, es nicht einfach sterben zu lassen“, betont Bürgermeisterin Annett Jura. Sie selbst habe bereits die Gelegenheit genutzt und mit den Steuers telefoniert. Auch sie hätten Gesprächsbereitschaft signalisiert. Annett Jura erklärte sich bereit, wenn gewünscht, gern die Moderation beim Treffen zu übernehmen. In Verantwortung der Stadt liege es mit, für entsprechende Rahmenbedingungen, wie sie auch immer aussehen, zu sorgen. „Und der Verantwortung wollen wir gerecht werden“, so die Bürgermeisterin.

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