Elbpegel : Niedrigwasser ist gut fürs „Steinefischen“ an Buhnen

In diesen Buhnenfeldern nahe der Eisenbahnbrücke wird gearbeitet.  Fotos: Barbara Haak
In diesen Buhnenfeldern nahe der Eisenbahnbrücke wird gearbeitet. Fotos: Barbara Haak

Wasser- und Schifffahrtsamt macht das Beste aus der extremen Situation

23-11368044_23-66107913_1416392308.JPG von
11. August 2015, 08:00 Uhr

Kurzzeitig fiel gestern der Elbpegel bei Wittenberge auf 86 Zentimeter. „Damit haben wir den tiefsten Wert aus der jüngsten Vergangenheit um einen Zentimeter unterschritten“, sagt Hubert Finke, Leiter des Außenbezirks Wittenberge im Magdeburger Wasser- und Schifffahrtsamt. 2003 standen am Pegel 87 Zentimeter an. Ein Rekordtief hatte die Elbe im September 1947 mit nur noch 45 Zentimetern erreicht.

Die Berufsschifffahrt ist seit Wochen zum Erliegen gekommen. Sportboote sind noch unterwegs, obwohl es auch für sie stellenweise schwieriger wird. „Denn die rund 90 Zentimeter am Pegel schließen ja nicht Flachstellen aus, die sich mit Vorliebe dort bilden, wo die Fahrrinne wechselt“, erklärt Finke. Dort nehme nämlich die Strömungsgeschwindigkeit ab, es bilden sich häufig Ablagerungen. Bei Müggendorf befindet sich so eine Stelle. „Um den Sportbootfahrern größere Sicherheit zu geben, werden wir am Dienstag (heute – d. Red.) unser Peilboot einsetzen. Die aktuellen Messwerte sind dann abrufbar, beispielsweise über den nautischen Infofunk.“

Die Wittenberger Dienststelle schickt derzeit nicht nur ihr Peilboot ’raus. Sie hat auch flache Schuten mit einem Tiefgang von rund 90 Zentimetern im Einsatz. „Wir nutzten die Situation, führen Arbeiten aus, die bei anderen Wasserständen so nicht möglich sind“, sagt Finke. Während die normale Buhnenunterhaltung durch Fremdfirmen ruht, kann das Wasser- und Schifffahrtsamt „Steine, die aus welchem Grund auch immer in den Buhnenfeldern liegen und dort nicht für die Regulierung benötigt werden, rückzubauen. „Wir wollen so wenig ,Versteinerung’ wie möglich.“

Ein Teil des geborgenen Materials wird zur Reparatur beschädigter Buhnenköpfe verwendet. „Bei einem Wasserstand wie diesem, können wir quasi sehenden Auges arbeiten“, sagt Finke erklärend dazu. Und bei so manchem Buhnenkopf tauchen jetzt sogar die vor dem Bauwerk in den Strom geschlagenen Pfähle auf. „Das ist schon eine große Seltenheit. Erstaunlich ist aber, in welch gutem Zustand sie sich befinden.“ Die ersten Buhnen haben die Altvorderen, so weiß Finke, bereits vor rund 150 Jahren angelegt, um den Flusslauf damit zu regulieren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen