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Der Prignitzer

21. November 2017 | 07:34 Uhr

Neue Jobs : Neustart nach der Insolvenz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Bereits 23 ehemalige Zahnradwerker haben einen anderen Job. Transfergesellschaft spricht von einem Erfolg

von
erstellt am 30.Mär.2017 | 22:00 Uhr

Die Hälfte der im insolventen Zahnradwerk Pritzwalk entlassenen Mitarbeiter hat wieder eine Arbeit gefunden. Die BOB-Transfergesellschaft spricht von 23 erfolgreichen Vermittlungen. Sie betreut seit Anfang des Jahres die 56 ehemaligen Zahnradwerker. Ziel sei es, möglichst für sie alle neue berufliche Perspektiven zu finden.

„Das ist ein sehr gutes Ergebnis nach so kurzer Zeit“, bewertete gestern Tim Behrendt von der Transfergesellschaft die Zahlen. Ein Grund für diese gute Quote sei die sehr enge Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur in der Region, meinte Behrendt.

So könnten beispielsweise individuelle Weiterbildungen und Schulungen beantragt und unterstützt werden. Alle Betroffenen brauchten ein Bewerbungstraining, denn viele von ihnen waren seit fast 30 Jahren im Werk beschäftigt. „Wir haben mit ihnen trainiert, wie sie sich bewerben, wie sie ihre Stärken benennen und sich einem Arbeitgeber präsentieren können“, erklärte Tim Behrendt.

Erfolgreich sei die Arbeit mit den entlassenen Frauen verlaufen. Acht von ihnen waren in der Transfergesellschaft, sechs seien bereits vermittelt worden. Nach dem anfänglichen Schock hätten manche die Kündigung als Chance für einen Neuanfang gesehen. Ein Mitarbeiter sei jetzt als Lkw-Fahrer tätig, zwei CNC-Dreher hätten sehr schnell eine neue Stelle gefunden.

„In zwei Fällen haben wir die Qualifizierung für einen Schweißerpass finanziert. Die beiden Betroffenen sind vermittelt“, ergänzt Ina Kaiser-Hagenow vom Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur. Sie arbeite mit der Transfergesellschaft eng zusammen. Zwei weitere Mitarbeiter würden auf ihre Selbstständigkeit vorbereitet. Die Transfergesellschaft hatte 87 400 Euro für Weiterbildungen der Mitarbeiter zur Verfügung. Davon seien etwa 45 000 Euro ausgegeben.

Aber nicht für alle Betroffenen werde der Weg über die Transfergesellschaft in eine neue berufliche Tätigkeit münden. Es gebe einige, die mit 63 Jahren in Rente gehen werden. „Aber auch sie beraten wir, was sie dann machen wollen. Einige wollen sich bei der Tafel sozial engagieren oder im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. Wichtig sei, dass die Menschen nicht in ein Loch fallen, „sondern wir ihnen dabei helfen, einen neuen Lebensentwurf aufzustellen“, ergänzte Behrendt.
Den Arbeitsmarkt in der Region bezeichnete Ina Kaiser-Hagenow als sehr aufnahmefähig. So konnte die Agentur den 56 gekündigten Mitarbeitern in der Transfergesellschaft 176 Jobangebote unterbreiten. Aber es gebe auch schwierige Fälle. So zum Beispiel einen jungen Mann, der als alleinerziehender Vater bereits im Zahnradwerk eine Sonderregelung genoss und nicht in Schichten arbeiten musste.

Bislang sei es aber nicht gelungen, für ihn ein passendes Arbeitsangebot im Metallbereich ohne Schichtbetrieb zu finden. „Es wäre toll, wenn wir genau für diesen jungen Mann eine Stelle finden würden und wenn sich Arbeitgeber entsprechend flexibel zeigen würden“, hofft Behrendt. Sie würden einen Facharbeiter bekommen, müssten aber die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen.

Das Zahnradwerk hatte Ende vergangenen Jahres Insolvenz anmelden müssen. Mittlerweile ist ein Investor gefunden, der sich und sein Konzept am kommenden Montag in Pritzwalk vorstellen wird. 




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