Auto-Zuwachs bei der Awo : Neues WG-Mitglied auf vier Rädern

Fühlt sich schon wohl im neuen Auto: Martina Kalas, Leiterin der Awo Wohngruppe. Ihre Chefin, Heike Schulz (r.), ist froh, dass die Aktion Mensch die Anschaffung des speziellen Transporters möglich machte.
Fühlt sich schon wohl im neuen Auto: Martina Kalas, Leiterin der Awo Wohngruppe. Ihre Chefin, Heike Schulz (r.), ist froh, dass die Aktion Mensch die Anschaffung des speziellen Transporters möglich machte.

Die Awo Wohngruppe in Wittenberge hat nun einen Transporter, der die Bedürfnisse der Senioren erfüllt / Aktion Mensch macht’s möglich

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18. Januar 2018, 21:00 Uhr

Das neueste Mitglied der Awo Wohngruppe in der Johannes-Runge-Straße ist etwas mehr als fünf Meter lang und hört auf den Namen Sprinter. Seit Donnerstag steht den Bewohnern der Einrichtung mit ambulantem Pflegebedarf der neue Transporter zur Verfügung. „Nun können wir Ausflüge unternehmen, die Leute zum Arzt oder auch zum Einkauf bringen“, freut sich Martina Kalas, die die Awo Wohngruppe leitet.

Bisher musste ein Fahrzeug aus einer anderen Awo-Einrichtung organisiert werden, zum Beispiel vom Seniorenpflegezentrum. Für kurzfristige Termine oder spontane Unternehmungen war somit auch ein bisschen Glück nötig, denn nicht immer war ein Transporter bereit. „Jetzt sind wir flexibel. Das ist sehr schön“, sagt Beate Mundt, bei der Awo Prignitz zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. „Damit steigert sich in dieser Hinsicht auch die Qualität der Betreuung“, ergänzt Heike Schulz, Geschäftsführerin der Awo Prignitz.

Dass die neun Bewohner und insgesamt sechs Betreuer den Transporter nutzen können, sei der Aktion Mensch zu verdanken. Jeder, der dort ein Lotterielos kauft, ermöglicht es, dass Projekte realisiert werden können, die die Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung, Kindern und Jugendlichen verbessern. „Wir haben einen Antrag auf Projektförderung gestellt. Schön, dass es geklappt hat“, so Beate Mundt. Etwa 73 000 Euro kostete der Transporter, eine Summe, die die Awo selbst nicht hätte stemmen können. Sie zahlte einen Eigenanteil von 23 000 Euro. In der Gesamtsumme enthalten ist auch der Umbau im Inneren des Wagens, der von einer Fachfirma in der Nähe von Oldenburg vorgenommen wurde. Somit ist das Fahrzeug nun an die Bedürfnisse der Hausbewohner angepasst. „Die neun Sitze im hinteren Teil können entfernt werden, so dass bis zu drei Rollstühle Platz haben. Außerdem gibt es einen kleinen Lift am Heck und an der seitlichen Schiebetür fährt eine Zusatzstufe aus, damit die Senioren besser einsteigen können“, zählt Beate Mundt einige der Umbauten auf. Für ihre Kollegen sei es durch die technischen Helfer einfacher, die Rollstühle in das Fahrzeug zu bekommen. Die erste Probefahrt muss aber noch warten, bis das Wetter etwas besser wird. „Aber wir haben den Bewohnern schon einige Male von dem neuen Auto erzählt und werden es uns mit ihnen sicher gleich noch anschauen“, sagt Martina Kalas.

In der Wohngruppe leiden einige der Senioren an Demenz oder haben andere psychische und körperliche Beeinträchtigungen. Mit neun Senioren – zwischen 60 und 90 Jahre alt – ist die Einrichtung, die 2012 eröffnete, ausgelastet. Jeder hat sein eigenes Zimmer, dazu gibt es einen Gemeinschaftsraum und eine Küche, in der gemeinsam gekocht wird. Die Betreuer arbeiten im Schichtsystem, sind rund um die Uhr da. „Die Wohngruppe ist die Stufe zwischen der Tagespflege und dem Seniorenheim. Die Senioren werden betreut und müssen nicht allein zu Hause sein“, so Beate Mundt.

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