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Der Prignitzer

19. Oktober 2017 | 01:55 Uhr

Neues Wasserwerk mit Fragezeichen

vom

svz.de von
erstellt am 15.Sep.2010 | 08:47 Uhr

Vettin/Kehrberg | Versteckt im Wald am alten Pollodamm zwischen Lindenberg und Kehrberg liegt das Wasserwerk Vettin. Ein grauer Betonklotz, von einem blauen Zaun umgeben. Wenn es nach den Planungen des Pritzwalker Wasser- und Abwasserzweckverbandes ginge, würden hier im kommenden Jahr die Bagger rollen und neue Brunnen gebohrt werden. "Wir haben Planungen auf dem Tisch, um hier ein neues Wasserwerk zu bauen. Die geschätzten Baukosten belaufen sich auf etwa 2,2 Millionen Euro", so Michael Puls, Geschäftsführer des Wasserversorgers.

Bereits zu Jahresanfang war eine Vor anfrage an das zuständige Ministerium gestellt worden, um Fördermittel für das Vorhaben zu beantragen. Etwa eine Million Euro wären das bei einem 55-prozentigen Zuschuss. Vor wenigen Tagen kam die Absage: Es wird im Jahr 2011 keine Fördermittel für den Bereich Wasserversorgung oder Abwasserbeseitigung vom Land geben, so die Information aus Potsdam.

"Wir hatten vor, dass alte Wasserwerk am Netz zu lassen und zeitgleich das neue zu bauen. Im laufenden Betrieb ein Wasserwerk umzubauen, bringt immer Probleme", erklärt Puls. Man habe die geplante Investition nun zunächst in das Jahr 2012 zurück gestellt in der Hoffnung, dann eine positivere Antwort aus Potsdam zu erhalten.

Für den Neubau waren zwei Jahre Bauzeit eingeplant. "Wenn wir keine Fördermittel bekommen, müssen wir allein bauen ohne Zuschüsse. Dann würde sich die Bauzeit auf etwa fünf Jahre erstrecken, wenn wir die Trinkwasserpreise nicht erhöhen wollen", macht Puls deutlich. Strategisch sei die Anlage mitten im Wald für den Verband jedoch sehr wichtig.

Von hier aus werden die Orte Vettin, Kehrberg, Lindenberg, Garz, Hoppenrade, Tüchen, Reckenthin und Klenzenhof versorgt, etwa 1200 Haushalte. Künftig soll das neue Wasserwerk in Vettin aber weiter ausstrahlen. "Es soll auch den südlichen Teil des Verbandsgebietes versorgen" blickt Puls voraus. Das Wasserwerk in Schrepkow sei in einem schlechten Zustand, die bauliche Anlage desolat, die Grundstücksverhältnisse mit den Eigentümern nicht geklärt und die Grundwasserversorgung nicht sicher.

Außerdem sollte das Leitungsnetz so umgestaltet werden, dass zwei Wasserwerke diesen Bereich versorgen könnten. "Neben Vettin können dann im Havariefall auch von Pritzwalk aus die Haushalte versorgt werden", so Puls.

Um die Leistungsfähigkeit des Vettiner Wasserwerkes zu erweitern, sollen die zwei vorhandenen Brunnen saniert und ein dritter neu gebohrt werden. "Wenn wir auch in den Folgejahren keine Fördermittel bekommen, wird uns über kurz oder lang nichts weiter übrig bleiben, als die Anlage ohne Förderung über den genannten Zeitraum zu erneuern", sagt Geschäftsführer Michael Puls.

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