Modernisierungsprojekt in Cumlosen : Neues Schöpfwerk kostet Millionen

Vor-Ort-Termin: Robert Schmidt vom Landesumweltamt (l.) hatte zur ersten Bauberatung ins Innere des Schöpfwerks geladen. Künftig soll es einmal in der Woche Besprechungen geben. Fotos: Reik Anton
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Vor-Ort-Termin: Robert Schmidt vom Landesumweltamt (l.) hatte zur ersten Bauberatung ins Innere des Schöpfwerks geladen. Künftig soll es einmal in der Woche Besprechungen geben. Fotos: Reik Anton

Baustart in Cumlosen noch in diesem Monat geplant / Gebäude und Technik aus den 60ern sind mittlerweile veraltet

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02. August 2016, 21:00 Uhr

Poröser Beton und veraltete Pumpen: Das sind die Hauptgründe dafür, dass das Schöpfwerk in Cumlosen nun umfassend saniert und modernisiert wird. Gestern trafen sich die beteiligten Behörden und Baufirmen zur ersten Besprechung an Ort und Stelle, Ende des Monats soll es losgehen.

„Herzstücke des neuen Baus werden vier Tauchmotorpumpen sein“, erklärte Robert Schmidt vom Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Bei Hochwasser könnten diese wesentlich mehr Wasser pro Sekunde bewegen als die alten. Die drei alten Pumpen, sie bewegen 2,7 Kubikmeter Wasser in der Sekunde, sollen am Radweg, für Touristen sichtbar, ausgestellt werden. Das Gesamtprojekt kostet 4,1 Millionen Euro. Dreiviertel der Summe sind EU-Fördermittel, den Rest teilen sich Bund und Land. Läuft alles nach Plan, steht das neue Schöpfwerk im Juli 2018.

Vorgesehen ist, das jetzige Gebäude, das 1967/68 errichtet wurde, abzureißen. Ersetzt wird es durch einen Klinkerbau, in dem auch ein Kran untergebracht wird, der die neuen Pumpen für die Wartung anheben kann. „Man kann sich denken, dass nach 50 Jahren fast nichts mehr auf dem Stand der Technik ist“, so Diplom-Ingenieur Robert Schmidt. Das war auch beim Hochwasser 2013 zu spüren, als die Pumpen des Schöpfwerks auszufallen drohten. Dazu kam eine undichte Fuge im Bereich zwischen dem Trafo und dem eigentlichen Pumpwerksbau. Mit dem Neubau wird gesichert, dass im Ernstfall das Flutwasser aus Wittenberge abgefangen werden kann.

Nötig ist auch, die Stahlbetonbrücke im Einlaufbereich zu modernisieren, denn sie ist nicht mit Fahrzeugen zu erreichen und ist noch dazu nicht hochwasserfrei. Weil die Hochwasser-Bemessungsgrenze auf 7,99 Meter angehoben worden ist, werden sogenannte Wellenschutzwände im Außenbereich gesetzt. In Deichnähe wird es eine neue Trafostation geben. Die alte ist in den bisherigen Bau integriert. Des Weiteren soll der Beton des Tiefbauteils, also die Pumpenkammern und das Zwischengeschoss, saniert werden. „Wir werden das Schöpfwerk in einem Zug sanieren. Das heißt, dass wir es abschalten müssen“, so Robert Schmidt. Deswegen werden mobile Pumpen am Deich installiert, die die Aufgabe des Werks vorübergehend übernehmen. „Die Rohrleitungen werden eingegraben, so dass man darüber fahren kann. Die Pumpen bekommen eine Umhausung, um deren Lautstärke zu minimieren“, fügte Uwe Freyer vom IWU-Planungsbüro aus Neuruppin an. Der Geschäftsführer für den Bereich Wasserbau erläuterte, dass als erstes in den kommenden Wochen die Arbeiten an der Polderseite beginnen werden. „Wir werden einen Sandfang im Pumpenbereich bauen. Das ist wichtig für die Entschlammung. Davor muss allerdings die Zuwegung fertig sein, damit wir rankommen“, so Uwe Freyer.  

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