Bahnhof Wittenberge : Neues Innenleben ist gut machbar

Die WGW verhandelt mit der Bahn über den Kauf des denkmalgeschützten Empfangsgebäudes.
Die WGW verhandelt mit der Bahn über den Kauf des denkmalgeschützten Empfangsgebäudes.

Aber Umnutzung des Empfangsgebäudes auf dem Bahnhof kostet viel Geld. Projekt ist auf hohe Förderung angewiesen.

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11. April 2018, 21:00 Uhr

Nach einer ersten groben Kostenschätzung wird es die Stadt rund 11,5 Millionen Euro kosten, das Empfangsgebäude des Bahnhofs zu erwerben und so herzurichten, dass Mieter einziehen können. In dieser Schätzung enthalten sind die möglichen Kaufkosten von zirka 300 000 Euro, Bruttobaukosten von gut neuen Millionen Euro und geschätzte gut zwei Millionen Euro für Planung, Gutachten, Gebühren und ähnliches.

Diese Etwa-Zahlen fußen auf der Machbarkeitsstudie, die die Agentur BahnStadt für das Empfangsgebäude vornahm. Am Dienstagabend stellte Roland Neumann im Bau- und Wirtschaftsförderausschuss die Studie vor.

Keine Überraschungen gab es bezüglich der Nutzung bzw. der potenziellen Mieter, wenn das rund 170 Jahre alte Haus in den Besitz der Wohnungsbaugesellschaft übergegangen ist. Diese 100-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt und die Kommune verwirklichen nach den Worten von Bauamtsleiter Martin Hahn das Projekt Empfangsgebäude gemeinsam.

Bei den Nutzern handelt es sich um jene, die seit längerem bereits öffentlich genannt werden und mit denen auch erste Absprachen erfolgten: Die Bahn wird im Nordteil des Denkmalhauses Räume mit Beschlag belegen. Die Stadtbibliothek zieht vom Platz der Freiheit in den Bahnhof um. BahnStadt schlägt vor, die Einrichtung im früheren MITROPA-Saal zu etablieren. Bei jeder anderen Variante würde man diesen hervorragenden Saal quasi zerstückeln müssen.

Das Technologie- und Gewerbezentrum Prignitz zieht aus dem Industriegebiet Süd in den Bahnhof. Das gilt auch für das Job-Center.

Die jetzige Empfangshalle wird zum Foyer. Dort können eine Mobilitätszentrale, ein Verkauf von Reiseartikel, ein kleines Café, ein Backshop oder eine andere Gastronomie untergebracht werden. Außerdem sei es wichtig, das Gebäude mit öffentlichen Toiletten auszustatten. Und dann bleiben immer noch unvergebene Flächen, die beispielsweise als Mietbüros genutzt werden könnten. Nachdrücklich plädiert Roland Neumann dafür, dass der jetzt außerhalb des Gebäudes befindliche Store für Reiseartikel in das Gebäude kommt. „Da gehört er zwingend hin.“ Denn das Empfangsgebäude werde weiterhin Bahnhofscharakter tragen. Bedeutsam ist in der Machbarkeitsstudie auch die Feststellung, dass mit der neuen Nutzung des Bahnhofsgebäudes kein Konkurrenzstandort zur Innenstadt entstehen dürfe.

Noch einmal zurück zu den geschätzten 11,5 Millionen Euro Investsumme. Die Agentur BahnStadt hat gegengerechnet. Die Kosten für die jährliche Instandhaltung, Verwaltungskosten, mögliche Mieteinnahmen ins Verhältnis zur Investsumme gesetzt. Daraus leite sich die Schlussfolgerung ab: Die Kommune ist auf zirka 80 Prozent öffentlichen Förderung angewiesen, damit unter dem Strich eine schwarze Null steht. Die Stadt engagiert sich in Sachen Fördermittel. Die WGW verhandelt mit der Bahn über den Kauf. Von einem Umbaubeginn 2020 auszugehen, sei sehr optimistisch, bremst WGW-Geschäftsführer Torsten Diehn zu große Erwartungen in Bezug auf die Zeit. Denn die Bahn wolle sich nach Verkauf zwei Jahre für ihren Umzug vorbehalten. Optimistisch ist Diehn, wie er sagt, dass das Projekt gelingt.

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