Aus dem Perleberger Geschäftsleben : Neues Ärztehaus eröffnet

Letzte Handgriffe für die Kollegen der Tischlerei Dinnis aus Dallmin. Morgen wird das neue Ärztehaus eröffnet.
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Letzte Handgriffe für die Kollegen der Tischlerei Dinnis aus Dallmin. Morgen wird das neue Ärztehaus eröffnet.

1902 erbaute Villa wurde komplett saniert und ist nun der Arbeitsplatz von zwei Medizinern / Erste Sprechstunde in Frauenarztpraxis

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31. März 2016, 05:00 Uhr

Die Stadt hatte einst am Schuhmarkt eine Poliklinik, sie hat heute ein modernes Krankenhaus in der Dobberziner Straße und ab morgen ein kleines Ärztehaus. In der Feldstraße 100 wird Dr. Antje Brandler, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, im Obergeschoss die ersten Patientinnen in ihrer neuen Praxis behandeln. In den nächsten Wochen wird dann ein weiterer Arzt im Haus einziehen. Ins Auge gefasst habe man einen Allgemeinmediziner oder Internisten. „Wir sind noch in Verhandlungen“, fügt Dr. Torsten Scherke an. Gemeinsam mit seiner Frau Beate hat er das Anwesen gekauft, vom Keller bis zum Dach komplett saniert und vermietet es nun. „Als wir 2014 das Haus erwarben, haben wir nicht gewusst, wie teuer bauen heute geworden ist“, gesteht er. Ein Lächeln huscht dabei über sein Gesicht, denn was aus dem Anwesen geworden ist, lässt auch nichts anderes zu. „Alle Firmen, die hier am Wirken waren, kommen aus Perleberg und Umgebung, und alle haben gute Arbeit geleistet. Mit dem Baugeschäft-Wawrzyn als Generalauftragnehmer haben wir eine gute Wahl getroffen“, betont Dr. Torsten Scherke. Einzig der Planer sei aus der Nähe von Rostock. „Wir haben die verschiedensten Objekte in 20 Jahren mit ihm zusammen realisiert.“

1902 als Tischlervilla erbaut, ist vom eigentlichen Charakter des Gebäudes in der Feldstraße heute leider nichts mehr zu sehen. „In den 60er Jahren wurde die Jugendstilvilla mit ihren Erkern und Zinnen komplett überarbeitet und „davon war auch nichts mehr zu retten, leider“, betont der Bauherr. Aus einem Wohnhaus, was es bis 2014 war, sollte nun ein gewerbliches Anwesen entstehen. Im Klartext: Strenge Auflagen galt es zu erfüllen, nicht zuletzt hinsichtlich des Brandschutzes. So entschied man sich für ein Gebäude in einem modernen und zugleich zeitlosen Stil. Was da verbaut wurde, und darauf legten die Scherkes besonders Gewicht, sind Naturmaterialien von der Dämmung über den Fußbodenbelag bis zu den Akustikdecken, um nur einiges zu nennen. „Es war schon ein logistisches Meisterstück, denn eigentlich ist alles neu. Nach dem Rückbau war das Haus ein Rohbau ohne Dach.“ Entstanden ist ein kleines Ärztehaus mit behindertengerechter Zufahrt über eine Rampe, Fahrstuhl und Barrierefreiheit in sämtlichen Räumen.

Es war auch nicht in erster Linie der Charme des Hauses, der die Scherkes zum Kauf bewog. Davon war nicht mehr viel übrig. „Es war die Lage“, gesteht Dr. Scherke. Denn in der Wittenberger Straße haben sie bereits ein Haus umgebaut, in dem sich die Apotheke von Beate Scherke befindet und ebenfalls Arztpraxen. Über den Hof, sprich über den Parkplatz, gelangt man zu dem neuen Ärztehaus. Beide Anwesen sind praktisch miteinander verbunden. „Hinterm Haus in der Feldstraße befand sich ein kleiner Garten, ein Naturbiotop. Für eine gewerbliche Nutzung des Areals aber ungeeignet.“ So sah es auch die Stadt und die Bauherren bekamen die entsprechenden Genehmigungen. „Unabhängig davon, dass dafür Ausgleichsmaßnahmen gefordert sind, wir Ablöse zahlen, sind wir schon darauf bedacht, Grün zu erhalten, wo es geht“, betont der Bauherr. Links und rechts wurde ein Grünstreifen erhalten und im hinteren Zweidrittel des Parkplatzes habe man bewusst auf eine Komplettpflasterung verzichtet.

Auf dem Tisch im Wartezimmer von Frau Dr. Brandler liegen Illustrierte, einzig die Stühle und Kleiderbügel sind heute noch leer. Arzthelferin Susanne Grothe ist gemeinsam mit ihrer Kollegin dabei, das Labor einzuräumen. „Arbeit gibt es noch genug bis zur morgigen Praxiseröffnung. Aber wir freuen uns. Alles ist neu, modern. Es gibt ausreichend Parkplätze für unsere Patienten und alles hier ist barrierefrei und behindertengerecht.“ 

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