WTAZV investiert : Neuer Schmutzwasser-Abfluss für Stadt

Mit den Arbeiten des WTAZV wird auch die Stadt das Fahrbahnpflaster in Höhe des  „Deutschen Kaisers“ neu verlegen.  Fotos: Doris Ritzka
Mit den Arbeiten des WTAZV wird auch die Stadt das Fahrbahnpflaster in Höhe des „Deutschen Kaisers“ neu verlegen. Fotos: Doris Ritzka

WTAZV beginnt im Frühjahr mit umfangreichen Arbeiten im Bereich zwischen Jungfern- und Ziegelhofbrücke.

svz.de von
13. Dezember 2013, 22:00 Uhr

Auch im kommenden Jahr ist die Innenstadt wieder Baustelle. Konkret der Bereich Bäckerstraße am „Deutschen Kaiser“ und zwischen Jungfern- und Ziegelhofbrücke. Der Westprignitzer Trink- und Abwasserzweckverband verlegt neue Leitungen. Aber nicht irgendwelche: Neue Hauptabflussleitungen für das komplette Schmutzwasser der Innenstadt kommen in den Boden, werden gedükert, wie der Fachmann sagt. „Und das in offener Bauweise“, ergänzt Detlef Gottwald, technischer Leiter beim WTAZV.

Vier Düker entstehen. Einer im sogenannten Inlinerverfahren vor dem „Deutschen Kaiser“ unter der Brücke durch. Ein zweiter von der Uferstraße unter der Stepenitz faktisch parallel zur Jungfernbrücke. Der dritte parallel zur Ziegelhofbrücke und der vierte schließlich von der Hagenstraße unter den Hagengraben hindurch. Und auch der Schmutzwasserkanal von der Wilsnacker über die Ziegelstraße bis zum Dükeranschluss Ziegelhofbrücke muss erneuert werden, umreißt Harald Blumeier, zuständig für Planung und Investitionen beim WTAZV, das Vorhaben. Ohne Förderung am Stück kaum machbar, sind sich Detlef Gottwald und Harald Blumeier einig. 800 000 Euro sind veranschlagt, rund 280 000 Euro kommen aus dem EU-Strukturfonds Efre. Im Klartext: Für den WTAZV bleibt noch ein tüchtiger finanzieller Happen.

In den 30er Jahren verlegt, sind die Leitungen aus Stahl in besagten Bereichen an etlichen Stellen marode, weisen beträchtliche Korrosionserscheinungen auf. Das belegen die Kanalbefahrungen mit der Kamera. Ersetzt werden sie nun durch Gussleitungen, die eine Spezialbeschichtung haben, erklärt Harald Blumeier.

Sofern im neuen Jahr der Frost aus dem Boden ist, soll begonnen werden. „Wir rechnen so mit März“, fügt Detlef Gottwald an. Ende Oktober soll laut Planung dann alles fertig sein. Ausschreibung und Vergabe sind gelaufen, den Zuschlag erhielt Universalbau. Zwölf Firmen hatten die Unterlagen angefordert, doch nur zwei dann auch eingereicht. „Das ist mehr als unterdurchschnittlich und spricht für die Kompliziertheit der Arbeiten, die anstehen“, unterstreicht der Planer, der seitens des WTAZV das Vorhaben auch begleiten wird. Gemeint ist da insbesondere der ganze Bereich um den Ziegelhof. Ein sehr sensibler hinsichtlich des Fischbesatzes. So arbeite man sehr eng mit der unteren Wasserbehörde des Landkreises zusammen.

Die neuen Düker werden parallel zu den alten verlegt. Letztere werden anschließend verdämmt, heißt es in der Fachsprache. Bis es soweit ist, gilt es etliche Herausforderungen beim Einbringen der Zu- und Ablaufschächte zu meistern. Denn jene sind mit einem Durchmesser von 1,50 Meter relativ große Bauwerke. Die örtlichen Gegebenheiten hingegen alles andere als optimal: dichter Baumbestand, Arbeiten im Böschungsbereich und teilweise in einer Tiefe von vier bis fünf Metern, die Bebauung in der Grabenstraße und nicht zuletzt, dass im Untergrund Torf erwartet wird. Grundwasserabsenkungen werden mit Sicherheit teilweise notwendig.

Bei aller Bauerei in besagtem Bereich, die Fußläufigkeit und die Befahrbarkeit für Rettungsfahrzeuge und dergleichen werde gewährleistet.

In der Bäckerstraße hingegen geht es während der Bauphase ohne Vollsperrung nicht. „Der Verkehr wird dann entsprechend umgeleitet“, betont Detlef Gottwald. Und das nicht nur für die Arbeiten des WTAZV. Denn auch die Stadt klinkt sich hier mit ein. Der Grund: Das Pflaster ab Brücke bis zur Einmündung in den Knoten soll neu verlegt werden. 1996/97 wurde die Bäckerstraße und damit auch dieser Abschnitt komplett saniert. Doch durch die enorme Verkehrsbelastung gibt es Setzungen, haben sich Fahrspuren gebildet. Die Neuverlegung erfolgt in gebundener Bauweise, sprich das Pflaster wird in Beton gebettet, bekommt einen entsprechenden Unterbau und wird verfugt, ist von Hagen Boddin, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Landschaftspflege, zu erfahren.

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