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Der Prignitzer

15. Dezember 2017 | 19:10 Uhr

Neuer Eingang fürs Logenhaus

vom

svz.de von
erstellt am 20.Jan.2012 | 10:20 Uhr

Perleberg | In das Freizeitzentrum "Effi" gelangt man derzeit nur durch den Keller. Der Grund: Die eigentliche Freitreppe gibt es nicht mehr, "die sogenannten Blockstufen aus Granit mussten abgenommen werden, die Treppe war komplett marode", erläutert Klaus-Dieter Gerloff, zuständiger Mitarbeiter im Bauamt der Stadtverwaltung. Wie sich herausstellte, waren die Wangen der Treppe, wie die Seitenbegrenzungen fachmännisch heißen, aus nicht frostbeständigen Materialien. Wasser drang in die Risse ein und zersetzte systematisch die Bausubstanz. Im Klartext: Eine neue Treppe muss die alte ersetzen. Wie diese auszusehen hat, dazu erarbeitet die Stadt derzeit Gestaltungsvorschläge. Und diese müssen dann zum einen vom Eigentümer des Anwesens, der Perleberger Loge "Zur Perle am Berge", und zum anderen mit der Denkmalpflege abgestimmt werden, so Gerloff.

Das Perleberger Logenhaus ist schon etwas Besonderes und wird seit 1998 auch als Einzeldenkmal geführt, bestätigt Ortrud Effenberger, Sachbereichsleiterin Denkmalschutz des Landkreises. "Es bildet durch seine Vielgliedrigkeit und detailfreudige Gestaltung einen wichtigen Blickfang am Übergang von der historischen Altstadt zur Vorstadt", verdeutlicht Effenberger.

Errichtet wurde das Gebäude 1909 nach einem Entwurf des Perlebergers Max Viereck. Jener spielte durchaus eine bedeutende Rolle im öffentlichen Leben der Stadt, war Abgeordneter, stellvertretender Bürgermeister und Mitbegründer des Perleberger Museums. Heute ist das Logenhaus "Zur Perle am Berge" eines der wenigen im Land Brandenburg noch erhaltenen Logenhäuser.

Mit der Schließung der Perleberger Loge 1935 fungierte das Gebäude als Offizierskasino. Im Juli 1947 wurde es dann dem Finanzamt der Stadt überlassen und hier ein städtischer Kindergarten eingerichtet. 1950 wurde es "Haus der Deutsch-sowjetischen Freundschaft" und später Jugendklubhaus, in dem unter anderem am Wochenende Tanzveranstaltungen stattfanden. 1991 wurde es dann Vereinshaus, und die Stadt übernahm es von der Loge zur Nutzung. Im Dezember 1997 zog das Freizeitzentrum "Effi" aus der Lindenstraße in das Haus an der Stepenitz, wie Sylvia Pieper, Leiterin des Stadtarchivs, in Erfahrung brachte.

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