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Großer Kran im Wittenberger Nedwighafen : Neuer Antrieb für die Prinzessin

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Das Flusskreuzfahrtschiff Elbe Princesse erhält neue Schaufelräder. Doch zunächst müssen die alten Modelle abgebaut werden.

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erstellt am 07.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Reges Treiben herrscht gestern Vormittag im Nedwighafen. Ein großer Kran bestimmt das Bild am Schiffsanleger, wo derzeit das Flusskreuzfahrtschiff Elbe Princesse festgemacht hat. Auf etwa 20 Meter ist der Ausleger des Krans der Firma Ulferts und Wittrock aus Schwerin ausgefahren, am Heck des Schiffes haben sich Leute um die Schaufelräder versammelt.

„Das Schiff soll neue Räder bekommen. Heute werden die alten ausgebaut“, erklärt Thomas Krajewski, Navigationsverantwortlicher für Italien und die Elbe beim Schiffseigner. Von den jetzigen beiden Exemplaren bleiben nur die Achsen, der Rest wird ersetzt. „Wir hatten es bei dem Schiff mit einem Prototyp versucht, bei dem die Schaufeln starr waren. Die Erfahrung zeigte, dass die Vibrationen während der Fahrt stärker waren als bei der herkömmlichen Version“, erklärt Krajewski. Deswegen sollen nun sogenannte Exenter-Räder mit beweglichen Schaufeln eingebaut werden. „Die gibt es auch bei den Schiffen, die auf der Elbe in Dresden unterwegs sind.“ Die Reederei verspricht sich davon eine höhere Effizienz und weniger Vibrationen während der Fahrt.

 

Damit ist die Einsatzzeit der Prototyp-Räder nach nur einem Jahr schon wieder beendet. So lange fährt die 95 Meter lange und 10,50 Meter breite Elbe Princesse überhaupt erst auf der Elbe. Zu den Kosten des Austausches macht Thomas Krajewski, der die technische Entwicklung der Elbe Princesse mit begleitete, keine konkreten Angaben. Nur so viel: Es geht in den sechsstelligen Bereich. Die Prinzessin der Elbe ging vergangenes Jahr in Betrieb. Sie ist ein Pilotprojekt, die Erfahrungen, die während der Saison mit ihrem Antrieb gemacht wurden, dienen für die weitere Entwicklung der Flotte. Was nicht funktioniert, muss verändert werden – wie eben die Schaufelräder.

Dann ist es so weit. Vorsichtig hebt der Kran nacheinander die Abdeckungen von den Schaufelrädern. Erst jetzt werden ihre Ausmaße erkennbar. Jedes hat einen Durchmesser von 4,60 Meter und ein Gewicht von knapp sieben Tonnen. An Land werden sie auseinander genommen und per Lkw nach Namur in Belgien gefahren, wo sich die Werft befindet, die für die Reederei CroisiEurope bereits 30 Schiffe gebaut hat. „In der ersten Märzwoche sollen die neuen Schaufelräder eingesetzt werden“, blickt Thomas Krajewski voraus. Bis dahin ist auch die Besatzung an Bord, sind die Schönheitsreparaturen im Inneren nach der ersten Saison erledigt. So es der Wasserstand der Elbe erlaubt, startet dann die neue Reisesaison. „Vergangenes Jahr ging es erst im April los. Wir hatten über eine lange Zeit Niedrigwasser“, so Krajewski. Dabei sei die Elbe Princesse mit ihrem Tiefgang von 80 Zentimetern schon speziell für die Elbe gebaut. Doch irgendwann stoße auch sie an ihre Grenzen.

 

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