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Abwasserbetrieb Wittenberge : Neue Technik für saubere Kanäle

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Stadt investiert 260 000 Euro in kombiniertes Saug-Spül-Fahrzeug, um 20 Jahre alten Vorgänger zu ersetzen

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erstellt am 06.Jan.2015 | 11:30 Uhr

117 Kilometer Schmutzwassersammler, 26 Kilometer Druckrohrleitungen und 37 Pumpstationen: Kaum einem Bürger dürfte bewusst sein, welcher technische und bauliche Aufwand notwendig ist, um die Abwässer der Stadt Wittenberge zu sammeln und zur Kläranlage nach Wentdorf zu transportieren.

Die ältesten Kanäle unter den Straßen der Stadt sind inzwischen 120 Jahre alt. Eine solche Lebensdauer erreichen die Bauten nur, wenn sie regelmäßig gereinigt und kontrolliert werden. Zu diesem Zweck hat die Stadt für den Eigenbetrieb Abwasserentsorgung ein neues Saug-Spül-Fahrzeug angeschafft. „Das alte Fahrzeug war inzwischen 20 Jahre alt“, sagt Bernd Insel, zuständiger Bereichsleiter für die Abwasserentsorgung. „Es kam altersbedingt zu Defekten, deren Instandsetzung nicht mehr wirtschaftlich gewesen wäre.“

Die Stadtverordnetenversammlung stimmte schließlich dem Kauf eines neuen Fahrzeugs zu und stellte die benötigten Mittel von rund 260  000 Euro bereit. „Das Fahrzeug ist ein modernes Kombigerät, das sowohl zum Spülen der Kanäle als auch zum Absaugen und Transportieren von Flüssigkeiten verwendet werden kann“, erklärt Insel. Im täglichen Betrieb würden die zuständigen Kollegen die Kanäle der Stadt durch die großen runden Schachtdeckel inspizieren. „Dabei wird ein Schlauch mit Sprühkopf in die Kanäle eingeführt, der sich durch den Druck des austretenden Wassers selbst durch die Röhren arbeitet, auf einer Länge bis zu 160 Meter“, erklärt Insel. Anschließend könnten gelöste Ablagerungen und eingetragene Sedimente wie beispielsweise Sand, Steine und Schmutz aus den Schächten abgesaugt werden. „Dazu ist das neue Fahrzeug mit rund 20 Meter Saugschlauch ausgerüstet, der auf einer Haspel aufgespult ist und mittels Ausleger genau in den Schacht eingeführt werden kann, ohne dass das Fahrzeug direkt über der Öffnung steht.“

Für die Mitarbeiter des Abwasserbetriebes bringt das Fahrzeug deutliche Erleichterung. Das Kuppeln der Saugschläuche entfalle, und man könne durch den flexiblen, bis zu vier Meter langen Ausleger das Fahrzeug mit mehr Rücksicht auf die Verkehrssituation abstellen. „Dank der Steuerung mittels Fernbedienung müssen unsere Mitarbeiter zudem nicht mehr direkt am Schacht stehen, dadurch sinkt die Gefahr, dass sie den Sprühnebel einatmen“, sagt Bernd Insel.

Auch dieses Fahrzeug ist auf Langlebigkeit ausgelegt. „Solche Nutzfahrzeuge erreichen durchaus Dienstzeiten von 15 bis 20 Jahren“, so Henry Ulke von der Firma Flensburger Fahrzeugbau, die das Gefährt in Absprache mit der Stadt genau den hiesigen Bedürfnisse angepasst hat.

Doch auch mit modernster Technik bleibt die Kanalreinigung eine Sisyphusarbeit. „Wir werden damit eigentlich nie fertig“, sagt Insel. „Manche Kanäle werden einmal wöchentlich angefahren, andere sind auch nach einem halben Jahr noch sauber genug. Die Kollegen sind täglich im Einsatz, damit das Abwasser ordentlich fließen kann.“

 

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