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Der Prignitzer

26. September 2017 | 02:18 Uhr

Feuerwehr : Neue Technik ausprobiert

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Freiwillige Feuerwehr Groß Warnow erhielt Schneid- und Spreizgerät für kommende Einsätze auf der A14.

von
erstellt am 22.Feb.2017 | 17:38 Uhr

„Die Elektronik wird immer mehr in den Fahrzeugen. Die Karosserien werden immer härter. Wir wollen ja bei einem Unfall helfen“, so Groß Warnows Ortswehrführer Tommy Schmidt. Nach der Freiwilligen Feuerwehr Premslin/Glövzin bekamen Ende des vergangenen Jahres auch die Kameraden aus Groß Warnow ein neues Schneid- und Spreizgerät des Herstellers Weber. „Mit unserem alten stoßen wir an unsere Grenzen“, so Schmidt.

Im Zuge des Neubaus der A14 war die Anschaffung auch für Groß Warnow dringend erforderlich. „Wichtig war für uns in der Gemeinde, dass die Geräte kompatibel sind“, erklärten Schmidt und Ordnungsamtsleiter Sven Steinbeck unisono. So erhielten auch die Groß Warnower eines mit extra Spreizer sowie Schere und einem Hydraulikstempel und nicht mit Akku. Einziger Unterschied: Die Premslin/Glövziner erhielten noch für ihr Fahrzeug einen Wechselträger. „Wir hatten ja für unser altes Gerät schon einen Schlitten. Da kam das neue drauf“, so Schmidt, der sich das mit einigen seiner Kameraden, wie das gemacht werden kann, in Perleberg angesehen hat. Die Kosten für das Gerät in Groß Warnow beliefen sich auf rund 17 500 Euro (für Premslin/Glövzin im Jahr 2015 etwa 22 500 Euro).

Und wie geht man nun mit der neuen Technik um? Das erprobt man am besten an einem ausgedienten Pkw. Christian Porst, Leiter der Rettungsstelle Schwerin, der zusätzlich Einweisungen für den Hersteller Weber vornimmt, zeigte den Groß Warnowern den Umgang mit dem neuen Gerät. „Wir haben erst eine technische Einweisung erhalten und sind dann zu dem alten Pkw nach draußen. Das war sehr hilfreich, er hat uns viele Tipps gegeben. Zwei Stunden haben wir bei minus zehn Grad geübt“, berichtete der Ortswehrführer.

An diesem Abend übten 15 der 24 aktiven Kameraden, die in der Lage sind, ihr Wissen weiterzugeben. Das soll auch über die Groß Warnower Wehr hinaus gehen. „Wir werden unsere nächsten Übungsabende auch dazu nutzen, die Kameraden aus Pinnow und Pröttlin in die Handhabung des Gerätes einzuweisen. Denn wir rücken ja auch zusammen aus“, so Tommy Schmidt. Die Pröttliner haben vorerst das alte Schneid- und Spreizgerät aus Groß Warnow übernommen. Auch Karstädt hat noch ein älteres Modell, so dass in der Gemeinde nun vier Rettungsgeräte vorhanden sind. Premslin/Glövzin – zusammen mit Karstädt – haben auch ein Airbagschutzgerät. Ein solches wurde für die Groß Warnower ebenso noch angeschafft. „Es geht ja auch um unseren Schutz. So ein Gerät kommt zum Einsatz, wenn bei einem Unfallwagen der Airbag noch nicht ausgelöst hat und wir Personen daraus retten müssen“, erklärt der Groß Warnower Kamerad. Denn so ein Airbag könne ja noch jederzeit auslösen.

Doch nicht nur die Anschaffung dieser Technik war für die Kameraden der Gemeinde mit der wachsenden Herausforderung in Bezug auf die A14 erforderlich. Die Gemeindevertretung hatte ja im November 2015 beschlossen, ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 20) anzuschaffen. Aufgrund des klammen Gemeindesäckels soll das Karstädter Löschfahrzeug (LF 10/6), das erst rund elf Jahre alt ist, verkauft werden. „Wir müssen über einen Gutachter das Fahrzeug schätzen lassen und dann einen Käufer finden“, so Ordnungsamtsleiter Sven Steinbeck und fügt an: „Wir warten auf den abschließenden Bescheid vom Innenministerium.“ Die Gesamtinvestition für das HLF 20 würde sich auf rund 340 000 Euro belaufen. Die Gemeinde ist weiterhin bestrebt, eine höhere als die gängige 50-prozentige Förderung zu erhalten.

 

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