B-Plan-Änderung : Neue Runde für Windräder

Im Windpark Karstädt sollen vier weitere Anlagen mit fast doppelter Höhe hinzukommen.
Im Windpark Karstädt sollen vier weitere Anlagen mit fast doppelter Höhe hinzukommen.

Planungsentwurf zur B-Plan-Änderung in Karstädt überarbeitet / Erneute Auslegung Ende des Monats

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08. April 2015, 20:00 Uhr

Für die vier geplanten neuen Windkraftanlagen im Windpark Karstädt läuteten die Gemeindevertreter die nächste Runde ein. „Mit dem Abstand von 650 Metern habe ich kein gutes Gefühl mehr im Interesse unserer Bürger. Selbst der Kreistag will über einen Abstand von 2000 Metern bei 200 Meter hohen Anlagen diskutieren“, sagte Harry Brehmer, der als einziger gegen den neuen Planungsentwurf zur 1. Änderung des Bebauungsplanes für dieses Gebiet stimmte.

So wird Ende des Monats der neue Entwurf wieder ausgelegt. Allerdings nur zwei Wochen, in einem sogenannten verkürzten Verfahren. Behörden und Träger öffentlicher Belange, die von der Planänderung betroffen sind, können erneut ihre Stellungnahmen abgeben. Eine Änderung des Bebauungsplanes ist erforderlich, da die Denker & Wulf AG zu den bestehenden 15 Windkraftanlagen vier weitere Windräder – davon eines als Bürgerwindrad – bauen will. Der Standort liegt an der alten B 5 gegenüber dem Ortsteil Semlin. Zwei Anlagen sollen parallel zur alten B 5 und zwei im Bereich des Waterlooer Weges aufgestellt werden. Das Bürgerwindrad soll eine Gesamthöhe von knapp 200 Metern haben. Die drei anderen Anlagen sollen nach der neuesten Planung nur noch eine maximale Höhe von 180 statt 200 Metern haben. Das nächstgelegene Wohnhaus ist von der dichtesten geplanten Anlage 675 Meter entfernt. Damit werden die im seit Jahren bestehenden B-Plan festgesetzten 650 Meter eingehalten.

Im neuen Entwurf wurden alle relevanten Einwände eingearbeitet, besonders artenschutzrechtliche Belange (z. B. Fledermäuse) auch bei den geplanten Kompensationsmaßnahmen. Da hat das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) erhebliche Einwände vorgebracht.

Vorgesehen sind in der Vorentwurfsphase folgende Maßnahmen: die Entsiegelungen des Bergeraums der Agrargenossenschaft Karstädt, Färsenstall Neuhof und Rest Hochsilo Neuhof. Angelegt werden soll in Neuhof auf 1250 Quadratmetern eine Streuobstwiese, gepflanzt werden sollen in der Gemarkung Birkholz Laubbäume auf 1150 Quadratmetern, 176 Obstbäume in Mankmuß auf 2200 Quadratmetern, 80 Obstbäume in Seetz sowie eine überschirmte und eine Feldhecke in Birkholz. Das reicht laut LUGV bei weitem nicht aus, auch wenn die konkrete anrechenbare Kompensationsfläche noch nicht genau ermittelt werden kann. Laut Umweltbericht werden insgesamt für die Fundamentflächen, Kranstellflächen und Zuwegung nach Umrechnung der Teilversiegelung rund 9780 Quadratmeter vollversiegelt. „Wir hätten noch weitere Kompensationsmaßnahmen einreichen können, doch auch diese unterliegen wieder einer Prüfung und das kostet Zeit“, sagte Karstädts Bauamtsleiter Christian Gadow. So wurde im Entwurf der Punkt eingearbeitet, dass die Gemeinde für das zu erwartende Kompensationsdefizit eine Ersatzzahlung annimmt. 

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