Kreiskrankenhaus : Neue Röhre mit Wasserkühlung

Klaus Schulze, Chefarzt der Radiologie, mit dem neuen Computertomographen.
Klaus Schulze, Chefarzt der Radiologie, mit dem neuen Computertomographen.

Er wiegt 2,2 Tonnen und muss gut gekühlt werden: Der neue Computertomograph am Kreiskrankenhaus ist ein wahrer Koloss

svz.de von
17. November 2015, 12:00 Uhr

Etwa eine Million Euro, so viel kostete, inklusive Umbau der Räume, das neue CT-Gerät. Seit Anfang Juli ist es am Kreiskrankenhaus Perleberg in Betrieb und hat sich bis jetzt schon gut bewährt. „Das alte CT war aus dem Wartungszyklus der Firma raus, es konnte nicht mehr garantiert werden, dass es im Falle eines Defektes technisch wieder bereitgestellt werden kann“, erläutert der Radiologe Klaus Schulze die Anschaffung. 12 Jahre hatte das alte Gerät auf dem Buckel, übliche Laufzeiten in einem Krankenhausbetrieb liegen bei etwa 8 Jahren. Man habe sich laut Schulze bei der Neuanschaffung daher auf ein Gerät geeinigt, dass aufgrund seiner Leistung auch in weiteren 8 Jahren Laufzeit durchaus noch auf der Höhe des Standards sein werde.

Mit dem neuen CT kann man nun Patienten bis zu 2 Metern Größe komplett untersuchen, vorher ließen sich nur 1,30 Meter auf einmal abdecken. In Bezug auf den Körperdurchmesser hat sich die Kapazität von 70 auf 78 Zentimeter erweitert. Die elektronische Trage, auf der man in den rotierenden Röntenstrahler einfährt, hält jetzt Patienten bis zu 235 Kilogramm Gewicht aus.

Das Funktionsprinzip mit Röntgenstrahlen ist eigentlich recht einfach, wird aber mit der fortschreitenden technischen Entwicklung immer komplexer. Bei dem Siemensgerät Definition AS 128 TB wird mit zwei Röntgenstrahlen gearbeitet, die unterschiedliche Energieniveaus haben. Die Strahlen gehen durch den Körper des Patienten und werden von unterschiedlichen Gewebearten abgeschwächt. Dann treffen sie auf einen digitalen Detektor, der aus den abgeschwächten Strahlen ein Bild errechnet. Erzeugt werden die Strahlen von einer Scheibe, die ähnlich wie eine Glühbirne funktioniert und die aufgrund der Energiemengen richtig glüht.

Die entstehende Wärme wird über eine Wasserkühlung abgeführt. Weil das neue Diagnosegerät damit im Gegensatz zum alten auf Ventilatoren verzichten kann, sei es wesentlich leiser, so Chefarzt Klaus Schulze. „Zum Einsatz kommt ein CT bei nahezu allen Patienten mit Verdacht auf einen Schlaganfall oder mit Kopfverletzungen. Aber auch in der Tumordiagnostik kann man damit tief in den Körper hineinschauen. Manche Harnleiter- oder Nierensteine können fast nur mit einem CT richtig erkannt werden, ebenso einige Gefäßerkrankungen“, erläutert Schulze.

„Wir wollen mit dieser Anschaffung in der Diagnostik weiter an der Spitze bleiben“, erklärt Jacqueline Braun, Pressesprecherin des Krankenhauses. Das Problem der mitunter langen Wartezeiten auf ein CT im Landkreis kann allein so aber nicht gelöst werden. „Das Problem ist, wir haben keine Ambulanz-Ermächtigung, man kann nicht einfach herkommen, ein MRT oder CT machen lassen und dann wieder nach Hause gehen. Die Kassenärztliche Vereinigung lässt das für uns nicht zu, aber wir sind dran und wollen das ändern“, so Jacqueline Braun.


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