Perleberg : Neue Kita am Krankenhaus

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Baustart ist für den Sommer geplant. Einrichtung hat Platz für 66 Kinder. Auch ein Multifunktionsgebäude wird geplant.

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01. Februar 2018, 21:00 Uhr

Noch hat die Kindertagesstätte, die nahe des Kreiskrankenhauses entstehen soll, nur einen Arbeitstitel. „Am Krankenhaus“, heißt sie sachlich richtig, aber wenig kindertauglich. Doch erstmal stehen andere Dinge im Vordergrund, zum Beispiel die Bauplanung.

Das Gebäude wird auf dem 6700 Quadratmeter großen Grundstück in der Dobberziner Straße in Sichtweite zum Krankenhaus entstehen. Diese Fläche erwarb die Unternehmensgruppe bereits vor einigen Jahren. Die Nutzfläche des Flachbaus wird etwa 700, der Außenbereich weitere 800 Quadratmeter umfassen. „Es gibt generell einen Bedarf an Kitaplätzen in der Region. Außerdem wird die Kita ein Standortvorteil für uns sein, wenn es darum geht, neue Mitarbeiter zu gewinnen. Dazu hilft die Einrichtung auch, das vorhandene Personal zu binden“, erklärt Karsten Krüger, Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses Prignitz. Dass es einen hohen Bedarf an Kitaplätzen gibt, hätten Befragungen unter den Kollegen ergeben.

Die Krankenhausbelegschaft sei in der Vergangenheit verjüngt worden. „Wir haben unseren Altersschnitt von 44 auf 38, 39 gesenkt. Es kommen viele Mittdreißiger zurück in die Region“, sagt Karsten Krüger. Doch nicht nur medizinisches Personal zählt zu den möglichen Kita-Nutzern, sondern auch die Kreisverwaltung und die Polizeidirektion. Generell soll das Haus aber allen offen stehen.

Diesen Sommer werden die Bauarbeiten voraussichtlich beginnen. Läuft alles nach Plan, kann die Kita im zweiten Halbjahr 2019 öffnen. 66 Plätze wird sie bieten, „30 im Krippen- und 36 im Kitabereich“, sagt Tom Buchholz von der Geschäftsführung der Lebenshilfe Prignitz. Diese wird die Einrichtung betreiben, Bauherr und Träger ist das Kreiskrankenhaus. Die Lebenshilfe betreibt derzeit drei Kitas in Wittenberge, eine in Neuruppin und seit der Insolvenz des Betreibers die einstige Mernitz-Kita Bellagio in Perleberg. „Nach Bellagio wird diese Kita von der Platzzahl her die zweitkleinste bei uns sein“, sagt Tom Buchholz. Acht bis neun Erzieher würden nach dem Betreuungsschlüssel benötigt. Mit einem Auge sucht die Lebenshilfe bereits Personal. „Einfach wird das nicht, denn Erzieher laufen heute nicht mehr so einfach auf der Straße rum“, bringt es Tom Buchholz auf den Punkt.

Die Planungen für die neue Kindertagesstätte begannen schon 2016. Damals wurde ein EU-weiter Architektenwettbewerb ausgelobt, nach einem halben Jahr stand das Architekturbüro eins:eins als Sieger fest. Die Lebenshilfe wird in die Bauplanungen einbezogen. „Wir können Wünsche äußern was die Gestaltung der Räume betrifft, zum Beispiel, dass einige miteinander verbunden sind. Außerdem wird es nicht nur Gruppen-, sondern auch Spiel- und Werkräume geben“, so Buchholz. Natürlich werde bei der Planung auch der inklusive Aspekt der Einrichtung bedacht. Für die Ausstattung der Räume wird die Lebenshilfe sorgen.

Etwa 2,5 Millionen Euro soll die Kita kosten. 861 630 Euro kommen vom Landkreis, der diese Summe aus einem Förderprogramm des Landesbildungsministeriums „für Investitionen zur Schaffung oder Ausstattung zusätzlicher Betreuungsplätze“ erhalten hat. Nur das Kreiskrankenhaus Prignitz hatte einen Antrag auf die Bewilligung dieser Mittel gestellt. Die restliche Summe wird kreditfinanziert.

Direkt neben der Kita soll auf demselben Grundstück ein zweites Bauprojekt umgesetzt werden. Die Baugenehmigung liegt vor. „Wir planen dort ein Multifunktionsgebäude mit Arztpraxen, Verwaltungsräumen und einem Konferenzsaal“, erklärt Karsten Krüger. Letzterer sei nötig, da das Krankenhaus immer wieder öffentliche Veranstaltungen ausrichte. Architektonisch soll der Eingeschosser, wie auch die Kita, zum Krankenhaus passen. Auch für dieses Bauvorhaben ist das Architekturbüro eins:eins verantwortlich. Demnächst sollen die Ausschreibungen für die verschiedenen Gewerke erfolgen.

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