Brandenburg-Tag 2018 : Neue Feier-Dimension

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Die Stadt Wittenberge erwartet mehr als 50 000 Besucher zum Brandenburg-Tag. Event kostet rund eine halbe Millionen Euro.

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13. Juli 2018, 21:00 Uhr

Der Brandenburg-Tag rückt näher und damit letzte Entscheidungen zur Organisation, zu Sicherheitsaspekten und zur Finanzierung. Darüber spricht Redakteur Hanno Taufenbach mit Bürgermeister Oliver Hermann (l.) und Uwe Neumann (r.), Werkleiter im Kultur-, Sport- und Tourismusbetrieb.

Landesmusikschultage 2015, Rot-Kreuz-Landesmeisterschaften 2017. Die Stadt hat Erfahrungen. Was unterscheidet den Brandenburg-Tag von anderen Landesveranstaltungen?

Uwe Neumann: Die Dimension ist eine völlig andere. Wir erwarten an den zwei Tagen mehr als 50 000 Besucher – so viel hatte die Stadt noch nie. Dazu kommen die Aktiven. Wir benötigen ein umfangreiches Verkehrs- und Sicherheitskonzept.

Wie ist der Stand beim Thema Sicherheit?

Das Konzept umfasst 174 Seiten. Am 19. Juli findet die dritte Konferenz statt, alle Beteiligten werden erläutern, wie sie ihre jeweiligen Aufgaben umsetzen.

Wird es einen speziellen Sicherheitsdienst geben?

Oliver Hermann: Ja. Die Leistung haben wir als Stadt ausgeschrieben, werden sie auch bezahlen. Sicherheitsleute werden den gesamten Festbereich abdecken.

Spielt das Thema Terroranschlag eine Rolle?

Oliver Hermann: Bei einem Fest dieser Dimension ja. Es wird mobile Sperren an Zufahrtsstraßen geben. Wie genau die aussehen, entscheidet die Landespolizei.

Bei so vielen Gästen werden viele Parkplätze benötigt. Wo werden diese sein?

Uwe Neumann: Am Stadtrand in den Industriegebieten Süd und Nord. Von dort wird es einen Shuttleverkehr geben.

Und wer dennoch versucht, mit dem Auto in die Stadt zu fahren...

Uwe Neumann: ...wird an einem der Kontrollpunkte erklären müssen, ob er hier wohnt, arbeitet oder zum Bahnhof möchte.

Was wird mit dem Parkplatz am Bahnhof?

Uwe Neumann: Der steht Bahnreisenden zur Verfügung.

Und wo sind die Behindertenparkplätze?

Uwe Neumann: Ausgewiesen auf den genannten Plätzen in direkter Nähe zu den Shuttles. Die bringen Besucher zur Festmeile.

Wird es großräumige Sperrungen geben?

Uwe Neumann: Ohne die geht es nicht, so werden beispielsweise die gesamte Altstadt und der Hafenbereich für den Verkehr gesperrt. Einwohner müssen mit Einschränkungen rechnen.

Oliver Hermann: Ab dem 1. August schalten wir ein Bürgertelefon. Dort werden solche Fragen beantwortet. In der Presse wird es diverse Bekanntmachungen und Allgemeinverfügungen geben. Einwohner sollten die aufmerksam lesen und sich informieren.

Besser wäre demnach eine Anreise ohne Auto, aber wird es da attraktive Möglichkeiten geben?

Oliver Hermann: Der Verkehrsverbund stellt Sonderzüge in Aussicht, unter anderem am späten Abend. Mit dem ÖPNV sind wir im Gespräch, wünschen uns eine Verdichtung der Takte im Landkreis.

Wer muss das bezahlen?

Oliver Hermann: Bei der Bahn trägt das Land die Kosten als Aufgabenträger. Beim Busverkehr sprechen wir mit dem Landkreis. Wie es derzeit aussieht, gibt es auch hier eine Lösung, wofür wir sehr dankbar sind.

Von welcher Summe sprechen wir?

Oliver Hermann: Mehrere tausend Euro, die wir als Stadt nicht im Budget haben. Wir setzen auch deshalb auf den Kreis, weil die Landbevölkerung in das Fest mit eingebunden werden soll. Schauen Sie nur einmal auf die Teilnehmer des Festumzuges: Putlitz, Berge, Wittstock, Laaslich, Meyenburg, Groß Woltersdorf. Sie kommen aus dem gesamten Landkreis und darüber hinaus.

Wenn wir beim Geld sind. Was kostet die Party?

Oliver Hermann: Etwa eine halbe Million Euro.

Was gibt das Land als Mitveranstalter und die Stadt als Gastgeber?

Oliver Hermann: 250 000 Euro kommen vom Land, 50 000 von uns.

Und die Differenz?

Oliver Hermann: Sponsoren und Unterstützer. Die wichtigsten geben 20 000 Euro und mehr. Das sind die Stadtwerke, der Ostdeutsche Sparkassenverband und die Sparkasse Prignitz, die Landesinvestitionsbank und die Deutsche Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung.

In der zweiten Gruppe gibt es viele bekannte regionale Unternehmen, die zwischen 5000 und 20 000 Euro geben. Dazu kommen Unterstützer mit geringeren Beiträgen.

Sie haben die Stadt und das Land genannt. Wie engagiert sich der Landkreis für dieses Fest?

Oliver Hermann: Mit etwa 20 000 Euro hatte der Kreis 2015 die Landesmusikschultage „Sound City“ gefördert. Für den Brandenburg–Tag findet sich im Haushalt des Kreises die Hälfte dieser Summe. Aber der Landkreis unterstützt uns in vielen organisatorischen Belangen, wie zum Beispiel mit dem Rettungsdienst sowie auf der Arbeitsebene durch das Engagement vieler Kolleginnen und Kollegen. Auch andere Städte und Gemeinden bieten Hilfe an, wie zum Beispiel der Betriebshof der Stadt Perleberg. Darüber freuen wir uns sehr.

Wenn wir alle diese Aufgaben zusammennehmen. Wie müssen wir uns die personelle Absicherung vorstellen?

Uwe Neumann: Der personelle Aufwand ist hoch. Es gibt diverse Arbeitsgruppen, beginnend bei der Sicherheit, endend beim Festumzug. Es sind so viele Kleinigkeiten zu bedenken, nur ein Beispiel: Wir müssen davon ausgehen, dass das Mobilfunknetz zeitweilig zusammenbricht. Deshalb benötigen wir eine Funkstrecke. Die muss aufgebaut werden.

Oliver Hermann: Für die Mitarbeiter der Stadt gilt an dem Wochenende eine Urlaubssperre. Der Betriebshof und der Kulturbereich sind noch längerfristig im Dauereinsatz.

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