Fernzüge werden weiter über Wittenberge umgeleitet : Neue Brandsätze an Berliner Bahn gefunden

in Polizeibeamter sichert am Dienstag in Berlin eine Bahnstrecke. Die Polizei sucht nach den Tätern, die Brandsätze gelegt haben. Foto: Maurizio Gambarini dpa
in Polizeibeamter sichert am Dienstag in Berlin eine Bahnstrecke. Die Polizei sucht nach den Tätern, die Brandsätze gelegt haben. Foto: Maurizio Gambarini dpa

Einen Tag nach Attacken mit Brandsätzen ist am Dienstag in Berlin möglicherweise ein weiterer Anschlag vereitelt worden. Bahnmitarbeiter fanden verdächtige Gegenstände im Südosten Berlins.

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11. Oktober 2011, 07:24 Uhr

Berlin/Eberswalde | Einen Tag nach Attacken mit Brandsätzen ist am Dienstag in Berlin möglicherweise ein weiterer Anschlag vereitelt worden. Bahnmitarbeiter fanden verdächtige Gegenstände auf einem Bahngelände am Grünauer Kreuz im Südosten Berlins, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei. Daraufhin alarmierten sie die Bundespolizei, die die Fundstelle absperrte.

Kriminaltechniker untersuchten die Fundstelle. Wie ein Beamter der Berliner Polizei sagte, sollen es mehr als fünf Brandsätze sein, die offensichtlich nicht gezündet haben.

Nach den Brandanschlägen müssen Fahrgäste weiterhin mit Beeinträchtigungen rechnen. Solche Reparaturarbeiten könnten sich hinziehen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn gestern. Offenbar linksextremistische Täter hatten in der Nacht zu Montag im Havelland Feuer in einem Kabelschacht gelegt. Die Ermittlungen laufen laut Landeskriminalamt (LKA) auf Hochtouren. Neue Hinweise zu den Tätern gebe es nicht.

Der Staatsschutz ermittle nach dem Anschlag im Havelland mit hoher Intensität, sagte LKA-Sprecher Toralf Reinhardt. Auch gestern seien Beamte rund um den Tatort im Einsatz gewesen. Es werde versucht, dort weitere Spuren zu finden. Auch Zeugen wie Bahnmitarbeiter und Feuerwehrleute würden befragt. Daneben würden weitere Zeugen gesucht, die in der etwas abgelegenen Gegend Personen oder Fahrzeuge bemerkt haben. Zudem werde der sichergestellte Brandsatz im kriminaltechnischen Institut auf mögliche Spuren untersucht.

Es gebe bisher keine Erkenntnisse über die dahinter stehenden Personen, sagte der LKA-Sprecher. Es könne sich also auch um Trittbrettfahrer handeln.

Die Reparaturen werden laut Bahn voraussichtlich noch bis heute andauern. Im Fernverkehr werden die Züge zwischen Berlin und Hamburg über Stendal und Wittenberge umgeleitet. Zudem hielt der Regionalexpress (RE) der Linie 4 zunächst nicht am Bahnhof Falkensee. Die Züge der Linie RE 6 fuhren die Bahnhöfe in Falkensee und Spandau nicht an.

Nach den Brandsatz-Angriffen verstärkt die Bahn bundesweit die Kontrollen an ihren Gleisen. "Überall dort, wo wir wissen, dass wir gefährdete Infrastruktur haben, setzen wir momentan vermehrt Sicherheitskräfte ein und sensibilisieren die Mitarbeiter", sagte ein Bahnsprecher.

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