zur Navigation springen

Kindeswohl : Netzwerk soll von Geburt bis Einschulung helfen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Kreiskrankenhaus und Jugendamt rücken zum Wohle der Jüngsten zusammen

Die bisherigen Netzwerke „Gesunde Kinder“ und „Frühe Hilfen“ werden ab 2017 zum Netzwerk „Frühe Kindheit Prignitz“ zusammengeführt. Es soll zum 1. Januar 2017 die Arbeit aufnehmen. Das sieht ein erster Entwurf für das neue Gremium vor, der vor kurzem im Jugendhilfeausschuss des Kreistags vorgestellt wurde. Damit sollen Hilfen für Kinder und deren Familien von der Geburt bis zur Einschulung unter einem Dach angeboten und damit bisherige Lücken geschlossen werden.

Der Landkreis Prignitz betritt mit dem Konzept Neuland. Erstmals würde es damit im Land Brandenburg eine solche Zusammenführung für eine engmaschige Betreuung geben, die übergreifend den kompletten Zeitraum von der Geburt bis zur Einschulung umfasst.

Ein Ausgangspunkt sei das bestehende Netzwerk „Gesunde Kinder“ mit dem Kreiskrankenhaus als Träger sowie Unterstützung aus dem Gesundheitswesen. Dessen Angebote würden zu einer weitreichenden Präventionsarbeit ausgebaut, sagte Netzwerkkoordinator Ludwig Pascal. Mit Beratung und Hilfsangeboten würden Grundlagen für eine stabile Gesundheit der Kinder sowie eine gesunde Lebens- und Ernährungsweise gelegt. Dafür soll auch die gesamte Familie sensibilisiert werden. Parallel wird der Aufbau psychischer Widerstandskräfte bei den Kindern gefördert. Dabei sollen zugleich die Familien und das soziale Umfeld der Kinder in die Lage versetzt werden, Krisen selbstständig zu bewältigen. Die Angebote richten sich vor allem an Kinder bis zu drei Jahren.

Das aus der gleichnamigen Bundesinitiative abgeleitete Netzwerk frühe Hilfen ist auf die Sicherung des Kindeswohls ausgerichtet, soll Gefährdungen vorbeugen und dafür Risikofaktoren frühzeitig aufzuspüren und beseitigen. Das erfolgt über niederschwellige Angebote, die sich unmittelbar am Alltag der Familien orientieren.

Die Verzahnung der beiden bestehenden Netzwerke soll zudem einen reibungslosen vom Bereich unter drei Jahren zu den Älteren sichern. Dabei will man auch in Laufe der Jahre aufgebaute Vertrauensverhältnisse für einen reibungslosen Übergang nutzen. Über Elternbildung und Beratung soll die Erziehungskompetenz der Familien gestärkt werden. Die Aufsicht über das Netz „Frühe Kindheit Prignitz“ soll der Kreistag mit seinen Ausschüssen führen. Eine Steuerungs- und Lenkungsgruppe sichert die strategische Ausrichtung und überwacht die Arbeit. Über die Auswertung anonymisierter Fälle soll die Qualität und Arbeitsweise des Netzwerkes kontinuierlich eingeschätzt werden.

Für die Tagesaufgaben zeichnen Netzwerkkoordinatoren verantwortlich. Einbezogen werden die Familienhebamme, der Babybegrüßungsdienst, Jugendamt, Kreiskrankenhaus, Beratungsstellen sowie die vielen ehrenamtlichen Partner.

Das gemeinsame Netzwerk sei eine Möglichkeit, zusätzliche Mittel zu mobilisieren und die Arbeit gerade in den Übergangsbereichen zu verbessern, sagte Geschäftsbereichsleiterin Danuta Schönhardt. „Wir sind in diesem Bereich gut aufgestellt, müssen aber daran arbeiten, weitere Möglichkeiten zu erschließen“, betonte Ausschussvorsitzender Bernd Dannemann.

zur Startseite

von
erstellt am 30.Mai.2016 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen