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Schwimmbad hat Geburtstag : Neptun kam zum 90. nach Putlitz

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Schwimmbad feierte zünftiges Jubiläum – Vom hölzernen Kanal mit viel Einsatz der Einwohner zu einer modernen Anlage

svz.de von
erstellt am 26.Jul.2016 | 04:45 Uhr

Vielleicht wäre Neptun als Herrscher der Meere, Seen und Flüsse gestern bei der Jubiläumsvisite ja sogar der alte Zustand des Putlitzer Bades lieber gewesen. Immerhin war die 1926 entstandene Schwimmbahn eine Art mit Holz ausgekleideter Kanal, dessen Zufluss aus der Stepenitz mit einem Wehr geregelt wurde und damit direkt zum Herrschaftsbereich des Dreizackträgers gehörte.

Aber auch wenn jetzt in aufbereitetem Brunnenwasser und nicht mehr in Flusswasser gebadet wird , Neptun ließ sich seine Taufe nicht nehmen. Als erstes trat Sandy (10) aus Lüneburg, die gerade bei der Oma in Putlitz Ferien macht, vor den Herrn der Gewässer, und wurde auf den Namen „Leuchtender Seestern“ getauft. Dann folgten, nicht so freiwillig, weitere Kinder und Jugendliche.

Bei Temperaturen von 28 Grad, erheblicher Schwüle und 21 Grad Wassertemperatur war das Bad ganz unabhängig vom Jubiläum gut besucht. „5000 bis 7000 Gäste haben wir im Jahr, je nachdem, wie sich der Sommer zeigt“, erzählte Schwimmmeisterin Angela Pank. „Auch die Schule und der Hort kommen gern zu uns, Anfang Juli lief zudem das Schwimmlager der Putlitzer und der Meyenburger Schule.“ Der Erwerb des Seepferdchens hat meist auch in den Folgewochen einen positiven Einfluss auf die Besucherzahlen. Viele Eltern nehmen den Rat der Lehrer ernst, die neu gewonnenen Fähigkeiten der Kinder nicht wieder verkümmern zu lassen und mit ihnen weiter schwimmen zu gehen.

Heute startet zudem der erste von zwei Ferien-Schwimmkursen im Bad. Insgesamt ist Angela Pank um die Zukunft nicht Bange. „Die Putlitzer lieben ihr Bad und kommen gern her.“ Es sind auch die kleinen Dinge, die dies belegen. Beispielsweise die Jahr für Jahr steigende Zahl der Dauerkarten. „16 scheinen nicht viel, aber diese Zahl haben wir erstmals erreicht, vor einigen Jahren waren es erst zwei oder drei“, so die Schwimmmeisterin.

Die Verbundenheit der Einwohner rührt wohl aus der Geschichte der Anlage her. Sie wurde vom Männerturnverein (MTV) als hölzernes Becken einschließlich Zu- und Abfluss in Eigeninitiative errichtet. Selbst einen hölzernen Sprungturm gab es an der Stelle, wo auch der heutige aus Metall steht. Der MTV lud in den 20er und 30er Jahren regelmäßig auch Vereine aus Perleberg, Wittenberge, Pritzwalk und Wusterhausen zu Wettbewerben und Schauveranstaltungen ein.

In den 50er Jahren ersetzten die Freiwillige Feuerwehr und viele Einwohner bei unzähligen Arbeitseinsätzen die Holzkonstruktionen durch ein dauerhafteres Betonbecken, schufen einen neuen Zu- und Abfluss unabhängig von der Stepenitz. Damit entfiel aber auch eine besondere frühere Attraktion beim Fluten im Frühjahr, das Aal- und Fischgreifen der dabei mitgerissenen Tiere.

Auch um das Jahr 2000 wurde trotz leerer kommunaler Kassen die Anlage saniert und modernisiert. Das Becken wurde repariert, ein Brunnen gebohrt und eine Wasseraufbereitung gebaut. Auch für die Sicherheit sorgen die Putlitzer selbst. Angela Pank rief eine Wasserwacht aus zwölf Kindern und Jugendlichen sowie sechs Erwachsenen ins Leben.

 

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