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An der Wittenberger Wasserkante : Nein zu modernem „Elbfenster“

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Mit fünf zu vier Stimmen lehnt der Hauptausschuss das neue künstlerische Bauwerk auf der Uferpromenade ab.

svz.de von
erstellt am 30.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Das vom Potsdamer Architektenbüro pha entworfene „Elbfenster“ wird nicht gebaut. Mit fünf zu vier Stimmen bei Enthaltung des Bürgermeisters Dr. Oliver Hermann lehnten die Mitglieder im Hauptausschuss am Montagabend das Bauwerk in der vorgeschlagenen künstlerischen Ausführung ab.

Die Planer, die bereits im Jahnschul-Viertel an der Ecke Johannes-Runge- und Röhlstraße ihre architektonischen Spuren hinterlassen haben, wollten nach eigenen Worten für einen besonderen Ort etwas Besonderes schaffen.

Das von ihnen entworfene Bauwerk hat die Form eines riesigen, etwas konisch verlaufenden Fensters, das auf der Promenade etwas erhöht angeordnet werden solle, so den freien Blick aufs Wasser ermöglicht. Im Innern sind Tritt- bzw. Sitzstufen angeordnet. Kostenpunkt: rund 30 000 Euro bei mindestens 75 Prozent Förderung. „Modern, selbstbewusst, dem Traditionellen in der Umgebung bewusst etwas Innovatives entgegensetzend“, so charakterisierte Architekt Arndt Hermann den Entwurf und stieß bei den Ausschussmitgliedern nicht auf ungeteilte Gegenliebe. „Ich kann mit dieser Verbindung von markantem Alten und dem Neuen nicht konform gehen“, so Hans-Joachim Lüttschwager (CDU). Graffitischmierereien und einen Treffpunkt, an dem sich Dreck sammelt, befürchtet Gordon Hoffmann (CDU). „Für mich wirkt das ,Elbfenster’ wie ein Fremdkörper. Es gefällt mir als Kunst nicht.“

Anders der Blickwinkel von Horst Jaruczewski (UBG): „Wir sollten Mut haben und einen solchen Akzent setzen.“ Quasi als Antwort an seine Abgeordnetenkollegen von der SPD fügte er an: Es sei doch normal, dass alte Dinge wie die Badeanstalt und ihre Plattform irgendwann verschwinden und neue Dinge kommen.“

Für die Sozialdemokraten hatte Marcel Elverich gegen das „Elbfenster“ gesprochen, „weil es den Bürgern nicht so richtig zu vermitteln ist, dass wir die Badeanstalt-Plattform abreißen lassen, kein Geld für die Sanierung ausgeben und hier Geld für einen Pavillon haben“. Die SPD würde den Pavillon an anderer Stelle lieber sehen. „Trauen wir uns, diese Architektur dorthin zu bauen? Ich für meinen Teil sage Ja, wenn wir das im Haushalt dargestellt bekommen. Und ich bin auch bereit, den Bürgern zu erklären, warum ich so denke“, positionierte sich eindeutig Wolfgang Strutz (Linkspartei). Ulrich Kirschnick (ebenfalls Linkspartei) ist davon überzeugt, „dass es genau die richtige Architektur für die Promenade ist, ein Highlight“. Ja zum „Elbfenster“ sagte auch Dr. Elmar Habenicht (FDP). Die Ablehner hatten eine Stimme mehr.

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