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Gemeindevertreter befürchten Monokultur und zerfahrene Straße : Nein zu geplanter Biogasanlage

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Wüsten Vahrnow | Mit vier Nein-Stimmen, einer Befürwortung und einer Enthaltung lehnen die Gemeindevertreter von Gülitz-Reetz den Bau einer Biogasanlage in Wüsten Vahrnow ab. Ein Mutterkuhbetrieb, der sich schon 2008 mit solchen Plänen getragen habe, will auf einer Ackerfläche im Außenbereich eine Anlage mit einer elektrischen Leistung von 499 Kilowatt errichten. Sie soll mit Rindergülle, Mais- und Grassilage betrieben werden, wobei die Rindergülle aus einem Milchkuhbetrieb in Gülitz angeliefert werden soll. Das bei der Vergärung entstehende Biogas soll in einem Blockheizkraftwerk genutzt, der erzeugte Strom in das öffentliche Netz eingespeist werden.

Als Träger öffentlicher Belange hat die Gemeinde eine Stellungnahme abzugeben. Deshalb beschäftigten sich die Gemeindevertreter auf ihrer Sitzung in dieser Woche damit. Der Antrag löste eine heftige Diskussion aus, und das nicht nur wegen der Tatsache, dass die jetzt beantragte Anlage ganz andere Dimensionen habe als die, die der besagte Betrieb noch 2008 angestrebt, dann aber nicht errichtet habe.

"Wir zerstören die Lebensqualität in der Prignitz durch den zunehmenden Anbau von Monokulturen", lautete ein Argument, denn es entstünden immer mehr Biogasanlagen, die mit Raps und Mais beschickt würden. Entsprechend nähme dieser Anbau zu. Sorge wurde laut, dass das am Ende dann doch zum Anbau von genmanipuliertem Mai führen könne. Andererseits, so ein weiteres Argument, ginge mit den Monokulturen immer mehr landwirtschaftliche Nutzfläche für den Anbau wichtiger Nahrungsmittel verloren. Dagegen gehalten wurde, dass die Bauern sehen müssten, wie sie wirtschaftlich klar kommen, egal, ob sie selbst Biogasanlagen betreiben oder dafür zuliefern. Wenn Mais eineinhalb mal so viel Erlös bringe wie Hafer, müsse man sich über die Anbauentscheidung nicht wundern. Bürgermeister Thomas Breitlauch führte noch ein ganz lokales Problem an. "Die erste Folge wird sein, dass die Ortsdurchfahrt von Wüsten Vahrnow, für deren Erneuerung keinerlei Gelder eingeplant sind, diesen Belastungen nicht standhält. Die Straße hat jetzt schon Risse."

Die Stellungnahme der Gemeinde, also die mehrheitliche Ablehnung, fließt in das Genehmigungsverfahren für die geplante Biogasanlage als die eines der Träger öffentlicher Belange ein.

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erstellt am 10.Jun.2011 | 03:58 Uhr

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