Naturschutz gibt Karthane ihr Flussbett zurück

<strong>Ein Abschnitt der Karthane</strong> zwischen Wittenberge und Haaren soll wieder in den ursprünglichen Flußlauf zurückgeführt werden. <foto>Foto: privat</foto>
Ein Abschnitt der Karthane zwischen Wittenberge und Haaren soll wieder in den ursprünglichen Flußlauf zurückgeführt werden. Foto: privat

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28. Juni 2012, 07:21 Uhr

Prignitz | Ein Abschnitt der Karthane sollen wieder in ihren ursprünglichen Flusslauf zurückgeführt werden. Das haben sich Natur- und Umweltschützer auf die Fahne geschrieben. Grundlage ist ein Projekt der Karl-Kaus-Stiftung mit Sitz im wendländischen Trebel, die sich dem Schutz von Natur und Tier widmet. Die Prignitzer Maßnahme ist eine der größten innerhalb des Projektes. Es wird mit 300 000 Euro veranschlagt.

Ein aktuelles Vorhaben der Stiftung ist die Wasserrückhaltung im Einzugsgebiet der Elbe. Gestern gab sie in der Burg Lenzen mit Partnern und Sponsoren den Projektauftakt. Insgesamt stehen 30 Maßnahmen in vier Bundesländern an, durch die sich die Elbe schlängelt. In Brandenburg werden neun Maßnahmen in Höhe von 485 000 Euro umgesetzt, ein Großteil davon im Landkreis Prignitz.

"Wir sehen die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die Elbe mit Sorge", erklärt Projektleiter Eckart Krüger von der Karl-Kaus-Stiftung. "Treten die Prognosen ein, drohen der Elbe extreme Trockenheit im Frühjahr." Das würde sich massiv auf die Artenvielfalt im Feuchtgebiet auswirken. Als Beispiel nennt er den Storch. Bereits in diesem Jahr sei zu beobachten gewesen, "dass die Rotschnäbel zu wenig Regenwürmer im Frühjahr fanden". Die Elbe und die Nebenflüsse führten zu wenig Wasser, Überflutungsflächen blieben leer.

Ziel muss es nach Anliegen der Umweltschützer sein, das Wasser weiter zu verteilen, statt zu zentrieren. Das würde auch der Landwirtschaft zugute kommen. Über die Anlage von Kleinstauen bis hin zur Wiederherstellung größerer Wehranlagen im Einzugsgebiet der Elbe zwischen Boizenburg/Elbe und Lutherstadt Wittenberg sollen Wasserrückhaltung eingeleitet und Wasserrückhaltegebiete in der Landschaft entwickelt und wiederhergestellt werden.

Die Projektsumme für die Umsetzung der 30 Maßnahmen beläuft sich auf 800 000 Euro. Davon trägt die Allianz Umweltstiftung 170 000 Euro, die Deutsche Bundesstiftung Umwelt 125 000 Euro.

In der Prignitz soll nicht nur ein Abschnitt der Karthane renaturiert werden. Bei Schrepkow werden Grabentaschen errichtet und die Staue saniert. Der Cederbach und der Karthaneunterlauf werden ebenso berücksichtigt. Bei Burghagen werden Senken geschaffen und Flachgewässer angelegt, um nur einige ausgewählte Beispiele zu nennen.

Die regionalen Maßnahmen werden vom Wasser- und Bodenverband Prignitz koordiniert. Er beantragt dafür die Landesmittel. Die Eigenmittel teilen sich unter anderem die bereits erwähnten Stiftungen und Naturschutzverbände. Die Burg Lenzen ist als Projektpartner mit dem Marketing des Megaprojektes unter dem Titel "Eine Allianz zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Wasserwirtschaft - Wasserrückhaltung im Einzugsgebiet der Elbe" beauftragt.

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