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Ehrung für Wittenberger : Naturschutz als Lebensaufgabe

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Herbert Schulz (80) ist seit Jahrzehnten als Hobby-Ornithologe unterwegs / Nun erhielt er dafür die Ehrennadel des Nabu Brandenburg

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erstellt am 04.Apr.2016 | 21:00 Uhr

„Hörst du? Das ist ein Zilpzalp“, sagt Herbert Schulz zu seinem Sohn Falk. Das feine Ohr hat sich der 80-Jährige in den vergangenen Jahrzehnten antrainiert. Seit mehr als 60 Jahren ist der Wittenberger in Sachen Naturschutz aktiv.

Dafür erhielt er kürzlich die Goldene Ehrennadel des Nabu. „Ohne Enthusiasten wie Herbert Schulz würde es um den Naturschutz im Lande schlechter stehen. Von seinem Fachverstand, kombiniert mit der Leidenschaft für die Ornithologie, profitieren die Vogelwelt und die Natur der Prignitz“, sagte Friedhelm Schmitz-Jersch, Vorsitzender des Nabu Brandenburg, der die Auszeichnung während der Saisoneröffnung im Besucherzentrum Rühstädt übergab.

Herbert Schulz hatte gleich doppelten Grund zur Freude. Denn vor wenigen Tagen feierte er seinen 80. Geburtstag. „Mit dieser Auszeichnung habe ich nicht gerechnet. Ich freue mich sehr, fühle mich aber auch nicht anders als vorher“, sagt er im Gespräch mit dem „Prignitzer“.

Bereits als 17-Jähriger trat er der ornithologischen Fachgruppe Perleberg bei, die er seit 1981 bis heute leitet. Schulz organisierte über viele Jahre die Wasservogelzählung, koordinierte den Kranichschutz, kartierte die Weißstörche, baute ein Betreuernetz für Großvögel auf und vertrat die Ornithologen in den verschiedensten Gremien. Unzählige Stunden seiner Freizeit hat er in nunmehr 63 Jahren der heimischen Natur gewidmet, zahllose Kilometer zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto zurückgelegt. „Er ist damit der ,dienstälteste’ ehrenamtliche Naturschützer im Landkreis Prignitz“, betonte Schmitz-Jersch in seiner Rede.

Ein Leben ohne dieses Engagement kann sich Herbert Schulz nicht vorstellen. „Ich habe immer gesagt, wenn ich nicht mehr laufen kann, soll man mich einfach früh auf eine Bank setzen und abends wieder abholen“, sagt er lachend. Schon als Kind interessierte sich Schulz für alles, was mit Tieren zu tun hat. „Auf der Nähschale meiner Oma war ein Vogelmotiv. Das musste ich mir ständig ansehen. Außerdem hatte mein Vater fundierte Vogelkenntnisse. Er hat mich immer zu seinen Beobachtungen mitgenommmen und mir Bücher zu lesen gegeben. So wuchs ich quasi in und mit der Natur auf“, erinnert sich Schulz. Was macht den Reiz dieses Hobbys aus? „Man kann alle Eindrücke auf sich einwirken lassen, sie einfach genießen. Das fehlt vielen in der heutigen, schnelllebigen Zeit.“ Seine Begeisterung für den Naturschutz konnte Schulz an seinen Sohn Falk (44) weitergeben. Er ist heute der Vorsitzende des Nabu Prignitz und Weißstorchbetreuer. „Schon als Fünfjähriger wollte ich meinen Vater bei seinen Beobachtungsgängen begleiten. Die Faszination ist geblieben.“


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