Karneval in der Prignitz : Narren laufen zu Hochform auf

Eine Augenweide: Die Funkengarde des  Karstädter Karneval Clubs. Die  tänzerischen Showeinlagen gehören zu den Stärken  der Karstädter Narren. Fotos: Birgit Hamann (3)
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Eine Augenweide: Die Funkengarde des Karstädter Karneval Clubs. Die tänzerischen Showeinlagen gehören zu den Stärken der Karstädter Narren. Fotos: Birgit Hamann (3)

„Karstädt Helau!“ und „Lanz Alaaf!“: Die großen Abendveranstaltungen der Karnevalsvereine nehmen ihren Lauf / Jubiläum in Karstädt mit zwei großen Events im März

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17. Februar 2014, 08:00 Uhr

Jubiläen über Jubiläen beim Karneval Club Karstädt (KCK): Nicht nur, dass der närrische Verein, gerade seine 40. Session absolviert – nein, Vorsitzender Peter Maroschek weiß da noch einiges mehr zu berichten. „Ich selbst bin seit 30 Jahren Vereinsmitglied“, sagt der Karstädter, der sich seit jeher für die technische Absicherung hinter den Kulissen verantwortlich fühlt. Die traditionelle Begleitband der KCK-Veanstaltungen, „3-Live“ aus Pritzwalk, begeht 2014 ihr 25. Gründungsjubiläum. „Und seit genau 20 Jahren sind die Musiker in Karstädt mit dabei“, so Maroschek.

Das war den Narren am Samstagabend im Landgasthof Graf einen Extra-Programmpunkt mit einem großen Dankeschön wert.

Dem Jubiläum ist auch das Motto der diesjährigen Veranstaltungen angepasst „40 Jahr’ im Narrenkleid – durch Zukunft und Vergangenheit“. Das lässt natürlich bei der Kostümierung viele Freiheiten. Entsprechend vielfältig und fantasievoll verkleidet erschienen die rund 160 Gäste aus Nah und Fern. Reminiszenzen an die zurückliegenden 40 Jahre gab es zudem in den Darbietungen, ebenso bei der leider nur einen Büttenrednerin. „Eigentlich haben wir drei, aus gesundheitlichen und privaten Gründen sind uns jedoch zwei leider kurzfristig ausgefallen“, sagt Peter Maroschek.

Der Stimmung tat das jedoch absolut keinen Abbruch. Spätestens bei der ersten Schunkelrunde war der Saal praktisch eine Einheit. Jeder, aber auch wirklich jeder wurde untergehakt und ging auf Tuchfühlung zu seinen Nachbarn.

Der Jubiläumsverein blickt bereits voraus auf seine große Jubiläumsveranstaltung am 1. März, 19 Uhr, in der Löcknitzhalle. Dafür gibt es allerdings nur noch einzelne Restkarten. Tickets für den Rosenmontagsball am 3. März, 19.30 Uhr, sowie für das Präsidententreffen, das der KCK am 8. März (19 Uhr) ausrichtet, sind jedoch noch erhältlich: Kartenvorverkauf im Salon Pump, Tel. 038797/52412, sowie im Kostümverleih immer donnerstags von 19 bis 20.30 Uhr im Bürgerhaus.


„In 18 Tagen um die Welt“ mit Start in Lanz


Wenn Hippies mit Soldaten tanzen, sich Aliens zu bayrischen Madels an den Tisch setzten, Frauen pinke Perücken und Männer falsche Brüste tragen, dann heißt es wieder: „Lanz Alaaf!“. Drei Tage im Jahr stellt der Karnevalsverein LCC das Dorf bei Lenzen auf den Kopf, zieht die Nachbarn durch den Kakao und bringt die Bewohner zum Schunkeln. Präsident Sven Gottschalk freut sich jedes Jahr aufs Neue auf die Zeit der Narren: „Karneval in Lanz hat lange Tradition. Das gibt es schon seit 1972. Zwischendurch gab es sieben Jahre eine Pause, aber seit 17 Jahren sind wir wieder ganz dabei.“

Am Samstagabend fand die erste Veranstaltung des Lanzer Carnevals Clubs in der Gaststätte Paesler in diesem Jahr statt. Unter dem Motto „In 18 Tagen um die Welt“ nahmen die Jecken ihr begeistertes Publikum mit auf eine Reise von China über Mexiko bis zum Mond.

„Dööödööö“ erklingen die Posaunen des Prignitz-Orchesters. Für die, die den Witz nicht mitbekommen haben, ein sicheres Zeichen zu Lachen und zu Klatschen. Gegen 21 Uhr ist die Stimmung in dem Gasthaus feucht-fröhlich. Ein Pariser Künstler betritt zusammen mit seiner in die Jahre gekommenen Assistentin Désirée die Bühne. „Isch male nicht mit Farbön, sondern mit Menschön“, erklärt er und lässt Désirée einen Freiwilligen aus dem Publikum holen.

Dem Mann werden zwei Kerzen in die Hand gedrückt, die er von sich strecken soll. „Siehe da. Schon ’aben wir einen Armleuchter“, präsentiert der Künstler. Das Publikum lacht und will mehr sehen.

Mehr bietet anschließend auch der Wanderprediger, der ein „Raucherproblem“ hat: „Bei uns in der Kirche rauchen wir auch zwischen den Zigaretten“, erzählt er. Und „wussten Sie schon, dass nur zehn Prozent der Nonnen Jungfrau sind? Wirklich wahr. Der Rest sind Schütze, Steinbock, Krebs …“.

Damit es nicht nur was zum Lachen, sondern auch was zum Gucken gibt, folgt der Auftritt der Funkengarde. Röcke und Beine fliegen in die Luft. „Ich finde es super. Die Stimmung ist gut“, erzählt Manuela Hennings. Ein anderer Gast, wer sich hinter der Afro-Perücke und der überdimensionalen Sonnenbrille verbirgt, lässt sich nicht sagen, erzählt: „Die Veranstaltung ist so schön unkompliziert. Nur ein Männerballett fehlt noch.“

Als hätte jemand seine Gedanken erhört, betreten kurze Zeit später vier „Damen“ mit unrasierten Beinen und Gesichtern im rosa Tutu die Bühne. Zusammen mit zwei Männern drehen sie Pirouetten. Die Zuschauer brüllen begeistert und halten anfeuernde Schilder in die Luft: „Jetzt geht's los“. Zwar war das der letzte Punkt auf dem Programm, doch anschießend folgt noch die Kussfreiheit. Damit ist der Abend längst noch nicht zu Ende. Gefeiert wird bis in die Morgenstunden.


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