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5. Jahreszeit in Meyenburg : Närrisch, auf besondere Art

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Meyenburger Carneval Club (MCC) besteht seit 30 Jahren / Auf Jubiläumsgala folgen noch Rosenmontagsball und Präsidententreffen

von
erstellt am 15.Feb.2015 | 22:00 Uhr

30 Jahre Spaß und Frohsinn: Der Meyenburger Carneval Club (MCC) begeht in dieser Saison einen runden Geburtstag. Die Jubiläums-Abendveranstaltung stieg am Samstag im ausverkauften Clubhaus der Vereine, seit Jahren das Domizil der Narren. Das Publikum war wieder begeistert, gefeiert wurde bis in die frühen Morgenstunden. Heute Abend lädt der MCC ab 20 Uhr zum Rosenmontagsball (Restkarten an der Abendkasse) und am Sonnabend richtet er das alljährliche Präsidententreffen der Prignitzer Karnevals- und Faschingsvereine aus, ist übrigens bereits das dritte Mal Gastgeber für dieses Highlight, das stets den Schlusspunkt für die Saison setzt.

Obwohl gerade der MCC sich über die Jahrzehnte einen Namen mit seinen Motto-Veranstaltungen gemacht hat, gibt es dieses Mal kein speziell vorgegebenes Thema. „Unser Thema in dieser Saison ist einfach das Jubiläum“, skizziert es Volker Krüger, seit fünf Jahren Präsident des MCC. Er übernahm seinerzeit vom langjährigen Vereinsvorsitzenden Hans Ihlenfeld. Im Programm werden deswegen natürlich keine alten Hüte dargeboten – das Allermeiste ist neu einstudiert. „Aufgewärmt“ oder besser gesagt wiederbelebt habe man indes das Männerballett. Früher ein gefeiertes Ensemble, das ebenso mit ulkigen wie mit hervorragend getanzten Nummern brillierte und sogar TV-Auftritte in der rbb-Sendung „Hier steppt der Adler“ hatte, gab es in den letzten Jahren eine Pause. „Vati“ Bernd Raschke hat nun als kreativer Kopf und Organisator die Zügel in die Hand genommen, berichtet Krüger.

Die allerkleinsten Tänzer, die Fünkchen – allesamt erst sieben bis acht Jahre alt – hatten am Samstag ihren ersten großen Abendauftritt. Aktiv sind die Fünkchen schon länger. Zum Jubiläum aber durften sie sich nun abends präsentieren, sehr zu Freude des Publikums. „Das sind inzwischen 18 Kinder aus Meyenburg und Umgebung“, sagt Volker Krüger nicht ohne Stolz. Fünkchen, Minifunken und Tanzgarde waren zudem zum Jubiläum besonders schick – alle konnten neu eingekleidet werden, dank der Unterstützung von Sponsoren, die natürlich auch zur Jubiläumsgala eingeladen waren. Die großzügige Unterstützung seitens der Firmen in der Region, aber auch seitens der Stadt, mache vieles für den Verein möglich. Eine starke Basis seien aber auch die rund 120 Mitglieder im Alter von derzeit sieben bis 85 Jahren. Die Zahl sei stabil, Nachwuchssorgen gäbe es keine, so Krüger.

Der eingangs erwähnte Motto-Karneval und auch der alljährliche Umzug durch die Stadt am 11. 11. mit Schlüsselübergabe am Rathaus macht den MCC zu etwas Besonderem. An Ersterem wolle man festhalten, wenn sich ein passendes, allumspannendes Thema findet. „Wenn ich mich an unseren Harry-Potter-Karneval oder an ,Fluch der Karibik’ erinnere – die Leute standen Schlange nach Karten, es herrschten beinahe Zustände wie zu DDR-Zeiten“, so Krüger.

Apropos DDR-Zeiten: Damals trat der Elferrat mit Pappkappen an, Gewänder einfachster Art wurden im Obertrikotagenbetrieb (OTB) in Wittstock genäht. „Wenn man das mit heute vergleicht, es ist alles sehr viel professioneller geworden, wir arbeiten auf einem hohen Level“, resümiert der Präsident. Das sei wiederum nur durchzuhalten, weil es über die Jahre gelang, Mitglieder hinzu zu gewinnen, alles auf viele Schultern zu verteilen. „Mit 20 bis 40 Aktiven ging es 1985 los“, so Krüger.

In den Jahren erfuhren die beliebten Veranstaltungen in Meyenburg auch Veränderungen. Traditionell gibt es nach wie vor einen Elferrat, der sich selbst in das Programm einbringt, und einen Zeremonienmeister. Zurückgegangen ist der Anteil der Büttenreden zugunsten der Showteile. Die Leute möchten Party machen, tanzen, begründet es Krüger. Außerdem benötigt man für fesselnde Büttenreden, bei denen die Gäste von Anfang bis Ende zuhören und sich köstlich amüsieren, auch tolle Redner. Solch einer war zum Beispiel Manfred Tiede, der inzwischen aber nicht mehr aktiv ist.

Volker Krüger kennt den Meyenburger Karneval von Beginn an, sein Vater Klaus, ehemaliger Lehrer, gehört zu den Gründungsmitgliedern, ist immer noch im MCC aktiv. Gemeinsam mit ihm schoss er die ersten Fotos für den Verein. Entwickelt wurden sie in einer behelfsmäßigen Dunkelkammer, „unter der Treppe, in der Schule.“ Der Apfel fällt halt nicht weit vom Stamm …

Apropos Fotos: Der Jubiläumsabend startete mit einer eindrucksvollen Bildershow, pyrotechnisch umrahmt und Überraschungsgast „Helene Fischer“ alias Marco Fischer.

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