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Hoffmanns Hotel : Nächste Woche fällt die Hülle

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Sicherungsarbeiten nach dem Brand im Januar 2010 sind auf gutem Weg / Hinterer Gebäudeteil wieder genutzt

von
erstellt am 10.Jul.2015 | 08:00 Uhr

Dr. Dieter Hofmann-Axthelm legt selbst Hand an seinem Haus am Hohen Ende an. Das gehe ihm gerade alles nicht schnell genug, sagt der Unentwegte. Seinem Engagement und dem des Perleberger Altstadtvereins ist es unter dem Strich zu verdanken, dass das Haus immer noch steht, auch nach dem Großbrand Ende Januar 2010. „Inzwischen beschäftigen wir uns schon lange nicht mehr mit den Brandfolgen, sondern mit den Bausünden, die an diesem Haus seit Jahrhunderten begangen wurden“, äußerte der Stadtplaner und Architekturkritiker gestern in einem Gespräch mit dem „Prignitzer“.

Vor diesem Hintergrund wird sich das Gebäude in der kommenden Woche in einer völlig neuen Optik präsentieren. Gerüst und Hülle an der Vorderfront werden abgenommen. Zu sehen ist dann die ursprüngliche Fachwerkansicht mit sichtbaren Ziegelsteinen aus der Erbauungszeit um 1770. Geputzt und gestrichen wurde Hoffmanns Hotel erst später. Für die Zimmererarbeiten, die hier noch auszuführen sind, würden Gerüst und Plane stören.

Schön gemacht werden soll das Einzeldenkmal zu einem späteren Zeitpunkt. „Ich habe mich als Eigentümer verpflichtet, dass das Haus gesichert wird, auch statisch. Und das ist gebongt“, sagt Dieter Hoffmann-Axthelm. Nutzungsideen habe er natürlich. Für ihn sei es aber, als er das Haus 2010 einige Zeit nach dem Brand kaufte, vordergründig darum gegangen ein hochrangiges Denkmal in Perleberg zu erhalten.

Wenn der Experte zurück in die Geschichte schaut, kommt er eigentlich aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. So sei die markante Dachgaube eine architektonische Anleihe vom Schloss Niederschönhausen (Berliner Stadtbezirk Pankow). „wenn man so will eine Verneigung vor Königin Elisabeth-Christine, Gattin von König Friedrich II., die einst hier residierte“, sagt Hoffmann-Axthelm und ergänzt: „Wir haben hier ein Juwel. Dieser Barockbau orientierte sich an Schloss- und Palaisbauten der damaligen Zeit.“ Das Juwel konnte und kann nun mit Unterstützung von Städtebaufördermitteln zumindest zum Teil aufpoliert werden. Versündigt wurde sich an dem Haus bereits um 1820. Damals erfolgte der erste größere Umbau. „Es ging stets, auch in späteren Jahren, darum, mehr Platz zu gewinnen, die Räume zu vergrößern“, so Hoffmann-Axthelm. Dabei gingen alle Besitzer wenig behutsam mit dem Gebäude um. Im hinteren Bereich entstand 1820 der Biedermeiersaal, durch den Brand 2010 leider arg in Mitleidenschaft gezogen. Auch der ist fürs Erste gesichert – und nicht abgerissen. Ein neues Dach benötigt er allerdings noch.

Einen an den Saal angrenzenden Gebäudeteil ließ Hoffmann-Axthelm sanieren, zwei Wohnungen – von denen eine noch zu vergeben ist – und ein Atelier entstanden hier. Ein Teil des Innenhofs wurde zu einem Garten umgestaltet. „Aber, es ist noch so viel zu tun“ – Hoffmann-Axthelm hebt die Hände. Wer den Zustand aus 2010 kennt, wird, wenn er genau hinschaut, sehen, dass sich schon eine Menge getan hat.  

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