Lotte-Lehmann-Woche : Nachwuchspreis bleibt in Perleberg

Laura Schröder bekommt von Helge Reiter den Nachwuchspreis überreicht. Im Hintergrund die Preisträger Marlen Korf, Lihong Tan und Hitomi Kawai sowie Angelo Raciti (links).
Laura Schröder bekommt von Helge Reiter den Nachwuchspreis überreicht. Im Hintergrund die Preisträger Marlen Korf, Lihong Tan und Hitomi Kawai sowie Angelo Raciti (links).

Mit einem Fest des schönen Gesangs und der Preisverleihung ging die 20. Lotte-Lehmann-Woche zu Ende

svz.de von
04. September 2017, 05:00 Uhr

„Ich bin durch die Lotte-Lehmann-Woche erst zum Gesangsunterricht gekommen“, sagt Laura Schröder nach dem Konzert. Dass sie ein „Kind der Lotte-Lehmann-Woche“ ist, unterstreicht der künstlerische Leiter Angelo Raciti. „Vor drei, vier Jahren hat sie bei uns reingeschnuppert, vor zwei Jahren hat sie das erste Mal mitgemacht. Mit ihrer Interpretation von ,O del mio dolce ardor’ hat sie gezeigt, wie sie sich entwickelt hat.“ Dafür konnte sie von Helge Reiter, Vorstand der Jugend- und Kulturstiftung der Sparkasse Prignitz, den Nachwuchspreis entgegennehmen, der damit in Perleberg bleibt, auch wenn Laura Schröder inzwischen Theaterwissenschaften in Mainz studiert, um Dramaturgin zu werden.

Bevor die Preise verliehen wurden, präsentierten sich alle 13 Teilnehmer in einem Abschlusskonzert in der Sankt-Jacobi-Kirche. Und das Motto „Belcanto“ – übersetzt  „Schöner Gesang“ – versprach nicht zu viel. Die jungen Sängerinnen und ein Sänger begeisterten das Perleberger Publikum mit Musik von Mozart bis Wagner und von Rossini bis Edvard Grieg.

„Bravo“-Rufe erhielt Hitomi Kawai bei ihren Auftritten mit „So ist es denn aus mit den ewigen Göttern“ aus Wagners „Walküre“ und „O don fatale“ aus Verdis „Don Carlos“. Auch die Jury hat sie überzeugt, so dass sie am Ende vom stellvertretenden Bürgermeister, Hagen Boddin, den Preis Musiktheater entgegen nehmen konnte. Die 34-jährige stammt aus Tokio und arbeitet jetzt in München, wo sie in der Oper „La Cenerentola“ in der Pasinger Fabrik zu sehen ist.

Der einzige männliche Teilnehmer in diesem Jahr kommt mit Lihong Tan aus China. Schon beim szenischen Abend überzeugte er das Publikum, beim Abschlusskonzert begeisterte er die Zuschauer mit „Großer Herr und starker König“ aus Bachs Weihnachtsoratorium und mit „O du mein holder Abendstern“ aus Wagners „Tannhäuser“. Der 25-jährige Sänger erhielt dafür den Nachwuchspreis der Stadt Perleberg. „Gegenwärtig absolviere ich an der Musikhochschule Stuttgart ein Kontaktstudium“, erzählt Lihong Tan dem „Prignitzer“. „Danach möchte ich an der Hochschule bleiben, um Gesang zu studieren.“

Der Preis für Fortgeschrittene ging in diesem Jahr an die Hamburgerin Marlen Korf. Sie stellte dem Publikum mit „Jerusalem“ aus dem Oratorium „Paulus“ von Felix Mendelssohn Bartholdy jenes Lied vor, mit dem Lotte Lehmann ihre Aufnahmeprüfung an der Berliner Königlichen Hochschule für Musik bestand. Darüber hinaus überzeugte Korf die Konzertbesucher mit den Hugo-Wolf-Liedern „Nachtzauber“ und dem „Elfenlied“. Wer sich Marlen Korf einmal live ansehen möchte, der hat in der Hamburger Staatsoper die Gelegenheit, wo sie demnächst als Mogana in Händels „Alcina“ zu erleben ist.

Und während die Teilnehmer, Dozenten und Pianisten den erfolgreichen Abschluss feierten, begannen im Hintergrund bereits die Vorbereitungen auf die Großereignisse 2018: 130. Geburtstag von Lotte Lehmann, 20 Jahre Lotte-Lehmann-Woche und zehn Jahre Lotte-Lehmann-Akademie.

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