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Der Prignitzer

25. November 2017 | 05:15 Uhr

Nachwuchs soll mit "Effi" groß werden

vom

svz.de von
erstellt am 12.Apr.2012 | 10:00 Uhr

Perleberg | Auch wenn man ins "Effi" momentan nur durch die Hintertür bzw. durch den Keller gelangt, da die Eingangstreppe saniert werden soll und muss, herrscht im Freizeitzentrum alles andere als Kellerkinderstimmung. Drinnen pulsiert das Leben, wenn vielleicht auch noch nicht ganz so, wie es sich die junge Leiterin Kerstin Oesemann vorstellt. Sie sprudelt förmlich vor Ideen, "die keinesfalls allein meinem Gehirn entstammen", fügt sie lächelnd an. Sie hat das Haus genau in Augenschein genommen und den jungen Hausherren einfach zugehört, sie nach ihren Wünschen und Vorstellungen befragt. Daraus wurde ein erstes Konzept gestrickt mit dreidimensionaler Raumaufteilung und -gestaltung und natürlich mit Angeboten.

Ein denkmalgeschütztes Haus im Umbruch

"Das denkmalgeschützte Haus setzt räumlich schon gewisse Grenzen und doch lässt sich vieles hier machen", sagt die gestandene Sozialpädagogin. Und das eine oder andere hat sie bereits von oberst zu unters geräumt und umgekehrt. So hat der Bastelraum jetzt im Erdgeschoss seinen Platz, der Mädchentreff ist nach oben gezogen. Mit Farbe und Händen, die mitzupackten, erhielten Wände frische Farbe, wurden Möbel gerückt oder eben auch ausrangiert, was nicht mehr zu gebrauchen war. "Es ist ein Anfang", gesteht Kerstin Oesemann. Ein Internetcafé, die Lounge entsprechend auch nach den Vorstellungen der Kids gestaltet, das ist ein Vorhaben im Erdgeschoss, das noch unter den Punkt Wünsche fällt. "Perleberg hat nun mal kein McDonald’s, wo sich die Jugend treffen kann und sich bei Milchkaffee einfach über Gott und Welt unterhält. Ich höre immer wieder, ,hier gibt es nur Gaststätten, und die wollen uns nicht haben.’" Das ist fürs "Effi" aber zugleich auch die Chance, sich als Jugendzentrum zu etablieren. Und genau das haben sich Kerstin Oesemann und ihr Team auf die Fahnen geschrieben, wohl wissend, dass der Weg sicher nicht leicht und schon gar nicht im Sprint zu nehmen ist.

Im Keller probt derweil bereits eine Jugendband, bereitet sich intensiv auf den SOS Talentewettbewerb vor. Cola-Disko Samstagsnachmittags für die Teenies, auch das ist noch ein Wunsch des Nachwuchses, der noch ein großes Fragezeichen trägt. "Wir haben einen tollen Saal und die Technik. Was wir brauchen ist ein DJ und vor allem Leute, die bereit sind, den Samstag ans Bein zu binden, um mit dafür zu sorgen, dass alles seinen geordneten Gang geht. Alleine schaffen wir das nicht."

Doch Kerstin Oesemann ist optimistisch, hofft künftig auch auf ein weitaus engeres Miteinander von Kitas, Schulen und Freizeitzentrum. "Die Perleberger Kinder sollen praktisch auch mit ihrem ,Effi’ groß werden". Und dabei hat sie alle Kinder im Blick. Derzeit sind es vor allem Mädchen und Jungen aus sozialschwachen Familien, die hier täglich aus- und eingehen. "Ich bin nicht selten damit beschäftigt, was zu essen, zu trinken und warme Schuhe im Winter zu besorgen."

Von 14 bis 18 Uhr ist die Sozialpädagogin eigentlich nie in ihrem Büro anzutreffen oder wenn, dann nicht allein. "Die Zeit nehmen ich mir einzig für die Kinder, höre ihnen zu und verteile eben auch das eine oder andere sprichwörtliche Pflaster für die kleine Seele." Also alles andere als ein frommer Wunsch, das Büro von oben nach unten, mitten ins Geschehen und für alle sofort sicht- und erreichbar, zu verlegen. Doch dafür müssen noch die technischen Voraussetzungen geschaffen werden.

An die 25 bis 30 Kinder und Jugendliche verbringen täglich mindestens zwei bis drei Stunden im "Effi". Im Rahmen der verlässlichen Halbtagsschulen werden vom und im Freizeitzentrum einige AGs angeboten, wie "Junge Naturforscher", "Kochen und backen" , "Theatergruppe" oder "Quer durch die Gasse". Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe von Angeboten. Und wenn man auch noch die Fremdnutzung von Vereinen wie der Tanzschule hinzu zählt, dann sind an manchen Tagen 50 bis 80 Besucher im "Effi". "Noch trifft sich hier aber alles, die Line-Dancer, Kleingärtner ebenso wie die Schüler in den AGs. "Doch das ,Effi’ soll mehr das werden, was es sein soll, ein Jugendzentrum", so Kerstin Oesemann.

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