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Jugendwehr Quitzöbel : Nachwuchs gesichert – theoretisch

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Quitzöbeler Jugendwehr feiert 20-jähriges Bestehen / Geburtstagsparty findet im Dorf-und Schützenfest ihre Fortsetzung

von
erstellt am 03.Aug.2014 | 18:00 Uhr

Warum sie in der Jugendwehr sind? Na, solche Frage. „Einfach weil es Spaß macht.“ Max (9), Franziska (13), und Michael (10) sind drei vom 16 Kindern und Jugendlichen aus Quitzöbel und Umgebung, die die blaue Montur der Nachwuchswehr tragen. Und „die wird zumeist nur zu Wettkämpfen angezogen“, fügt Franziska an. Trainiert werde regelmäßig, zumindest im Sommer, und vor Ausscheiden „richtig doll“, gesteht Michael. Die Sechs- bis 17-Jährigen legen sich da mächtig ins Zeug und erst recht, wenn sie im Vergleich ihr Können beweisen müssen. „In den letzten Jahren waren wir immer unter den ersten Drei“, verkündet stolz Max. Seit er vier ist, habe sein Papa ihn mit zur Feuerwehr genommen. „Das ist bei uns so!“, ergänzt Franziska und berichtet, dass die Mädchentruppe (AK2) und die gemischte Crew (AK1) in diesem Jahr wieder den Kreismeistertitel geholt haben. Während es nach dem Training meist zum Eisessen geht, dürfen sich die Wettkampfgewinner dann jedes Mal aussuchen, was die Nachwuchswehr gern machen würde. „Wir waren schon im Kletterpark, im Hansa-Park und im Wonnemar“, zählt Michael auf. „Doch am schönsten war es dieses Jahr auf dem Recyclingplatz in Glöwen“, so Franziska. „Es war einfach cool. Wir durften Bagger fahren, waren im Schwimmbad, haben gegrillt.“

Wo Sechs- bis 30-Jährige in einem Großzelt campieren und sich das Dixi-Klo teilen, der 51-jährige Chef todesmutig vom Turm springt und auf der Rutsche von der Jugend überholt wird – da ist man bei der Jugendwehr, beginnt Jugendwart Dieter Schmidt seine Festrede. Die dann auch etwas anders ausfällt, als vielleicht erwartet. In Quitzöbel sei aber immer alles anders. Wer etwas über die Geschichte der Jugendwehr erfahren wolle, der könne ins Internet schauen. Da sei die Rede von vor fünf Jahren noch nachzulesen. „Daran hat sich bis heute nicht viel geändert.“ Der Chef der Nachwuchsblauröcke stellt hingegen die Gretchenfrage: Was bewegt einen jungen Menschen, Feuerwehrfrau bzw. -mann zu werden? Die Antwort: Weil sie helfen wollen, weil sie gebraucht werden. Darum stürzen sie nachts um 2 Uhr aus dem Bett und zur Wache, um einen Ast von der Straße zu räumen, den jeder Pkw-Fahrer spielend beiseite befördern hätte können. Oder 20 Kameraden rücken aus, um einen Papiercontainer zu löschen, wo dies auch ein Eimer Wasser getan hätte. Warum also? „Weil wir nicht wissen, was uns erwartet.“ Auf den Fall der Fälle müssen sie vorbereitet sein, und genau das beginnt in der Jugendwehr. Hier erlernen die Kameraden in spe das Einmaleins eines Feuerwehrmannes. „Unser Problem ist, wenn sie in die Lehre oder Ausbildung gehen, sind sie zumeist für uns verloren. So geht es aber allen kleinen Wehren“, betont Dieter Schmidt. Was für sie ein Verlust, ist für andere ein Gewinn. Denn in anderen Wehren können sie dann zeigen, was sie gelernt haben. Und vielleicht verschlägt es den einen oder anderen gar mal in eine Berufsfeuerwehr, wie Schmidts Sohn Enrico, der jetzt bei den Hamburgern seinen Dienst tut, oder die Tochter, die in Münster beim Katastrophenschutz arbeitet.

Was wünscht sich der Jugendwart zum 20. Geburtstag seiner Truppe? „Eigentlich, dass alles bleibt, wie es ist. Alle vom Einsatz wieder gesund nach Hause kommen, das Miteinander mit Gemeinde und Erwachsenenwehr weiterhin so super klappt.“ All das sei Grund genug, um sich uneigennützig für das Gute zu engagieren. Puten- und Schafställe werden immer wieder abbrennen, das Elbehochwasser Hab und Gut bedrohen. „Dafür sind wir bei der Feuerwehr.“

Und dann wechseln etliche Briefumschläge den Besitzer, gratulieren die Bälower, Legder, Weisener, Rühstädter und Groß Lübener der Jugendwehr von Quitzöbel. Die Glückwünsche des Amtes überbringt Ordnungsamtsleiter Gerald Neu, und von der Perleberger Tiefbau GmbH gibt es einen Satz T-Shirts. Die Nachwuchsblauröcke hingegen bedanken sich bei allen, die ihnen stets und ständig unter die Arme greifen, vor allem auch bei den Sponsoren.

Alexandra Ruben, Anne Muxfeldt, Kristin Sachse und Tobias Wick werden an diesem Abend in die Erwachsenenwehr aufgenommen.

Mit Live-Musik klingt der Abend aus, mit Spiel, Spaß den Umzug der Schützen und Tanz geht es am Sonnabend weiter. Der Sonntag offeriert mit der Inszenierung der dorfeigenen Theatergruppe noch einen kulturellen Leckerbissen.

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