Prignitz : Nachwuchs für die Naturwacht

Von Monitoring bis Umweltbildung: Die Aufgaben von Daniela Drechsler und Clemens Herche sind vielfältig.
Von Monitoring bis Umweltbildung: Die Aufgaben von Daniela Drechsler und Clemens Herche sind vielfältig.

Daniela Drechsler und Clemens Herche lernten den Reiz der Prignitzer Landschaft schnell kennen und schätzen.

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22. November 2018, 12:08 Uhr

„Der Slogan der Naturwacht lautet Mittler zwischen Mensch und Natur zu sein. Den Eindruck hat er sofort vermittelt und gezeigt, dass er das gut kann“, sagt Rangerin Ricarda Rath von der Naturwacht in Lenzen über ihren neuen Kollegen aus Rühstädt.

Mit dem Neuen ist Clemens Herche gemeint. Er ist einer von gegenwärtig wieder sieben Naturwächtern im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg. Herche tritt die Nachfolge von Ingrid Dahms an, die nach 25 Jahren als Rangerin bei der Naturwacht in Rühstädt jüngst in den wohlverdienten Altersruhestand gegangen ist. „Pflanzenkartierungen waren ihr Steckenpferd“, sagt Ricarda Rath, Gruppenleiterin in Lenzen, über die nun ehemalige Kollegin, die die Naturwacht im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe einst mit aufgebaut hat.

Die einmalige Landschaft am ehemaligen Grenzfluss zu beobachten und zu schützen und gleichzeitig zwischen Bewohnern und Touristen zu vermitteln, ist künftig Hauptaufgabe für Clemens Herche. Dabei wollte der heute 37-Jährige beruflich zunächst einen ganz anderen Weg einschlagen. „Ich bin eigentlich gelernter Orgelbauer. Nach der Lehre und eineinhalb Jahren als Geselle habe ich aber entschieden, in Eberswalde Landschaftsnutzung und Naturschutz zu studieren“, erzählt Herche, der während des Studiums unter anderem an einem Luchsprojekt im bayrischen Wald mitgearbeitet hat. „Nach meinem Bachelor-Abschluss bin ich dann nach Wien gegangen und habe Wildtierökologie und Wildtiermanagement studiert.“

2017 entschied er sich, ins Havelland zu gehen. „Dort habe ich in der Landwirtschaft gearbeitet und dann kam die Stellenausschreibung für Rühstädt als Naturwächter. Ich hab’ mich beworben und das hat reibungslos funktioniert“, sagt Clemens Herche, der sich nach eigenen Angaben sehr über die Zusage gefreut hat. Konnte er auch. „Es gab 60 Bewerber auf die Stelle“, berichtet Ricarda Rath und erklärt, warum man sich für den im Havelland beheimateten Herche entschied. „Sicher war die Erfahrung, die er in Sachen Naturschutz und Arterfassung zuvor gesammelt hat, mit ein Grund für seine Einstellung.“ Für den leidenschaftlichen Jäger und Angler ist es als Naturwächter auch gut, dass „man praktisch veranlagt ist und allen Interessengruppen vermittelten kann, wovon man spricht“.

Herche gibt zu, die Prignitz zuvor nur als Landstrich wahrgenommen zu haben. „Ich war vor meiner Bewerbung noch nie hier.“ Also galt es, Land und Leute kennenzulernen. „Ich bin von der Natur begeistert. Flusslandschaften sind ja auch faszinierend. Ich habe erst kürzlich im Deichvorland der Elbe Ecken entdeckt, die mich sehr beeindruckt haben. Wir haben in den letzten Tagen auch Bibermonitoring gemacht. Es war sehr interessant zu erfahren, wie sich Biber bei der Trockenheit verhalten, wie sie auch mit wenig Wasser in der Elbe zurechtkommen.“ Zu seinen Aufgaben zählen das Wasservogelmonitoring in der Region als wichtiges Rastgebiet und Überwinterungsplatz für Kraniche, Gänse und Schwäne. Alle 14 Tage erfolgen Rastvogelzählungen, ebenso die Schlafplatzzählung im Rambower Moor. Neben Kartierung und Monitoring gehören auch Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit dazu. Ebenfalls noch nicht lange in der Prignitz ist Herches Kollegin Daniela Drechsler. Sie arbeitet seit April 2017 bei der Naturwacht in Rühstädt und hat den Schritt nicht bereut, wie sie erklärt. Schon als Kind war die Ornithologie ihr Hobby. Im Alltag als Rangerin ist sie vor allem mit der Kartierung von Tieren beschäftigt. „Ich bin hier auf Arten gestoßen, die ich nicht kannte“, erklärt die 32-Jährige, die aus dem Süden Brandenburgs stammt und nun in Bad Wilsnack ihre Heimat gefunden hat. Gleich auf ihrer ersten Tour hat sie der Austernfischer begeistert. „Aber auch die Kiebitzschwärme, eigentlich die ganze Artenvielfalt hier.“

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