zur Navigation springen

Bürgermeisterwahl Perleberg : Nachwehen eines spannenden Wahltages

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Von fairen Verlierern und von Gewinnern, die nicht triumphieren – sie alle wollen den Blick auf das richten, was die Stadt voran bringt

von
erstellt am 20.Jan.2015 | 18:00 Uhr

Der erste Tag nach der Wahl. Wunden lecken oder triumphieren – was ist angesagt? Der „Prignitzer“ fragte nach bei den Fraktionsvorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung und natürlich beim Noch- Amtsinhaber Fred Fischer sowie seiner Nachfolgerin Annett Jura.

Bürgermeister Fred Fischer: Die Bürger haben gewählt, das Ergebnis steht fest. Auch, wenn der Wahlkampf recht unterschiedliche Positionen deutlich machte, gehören diese zum Alltag der Kommunalpolitik. Unterschiedliche Interessen prägen auch ein Gemeinwesen. Sie sollen nicht „unter den Teppich gekehrt“, sondern offen und mit sachlichen Argumenten ausgetragen werden. Unterschiedliche Lösungsansätze müssen kritisch hinterfragt werden. Das ist nach unserem demokratischen Verständnis der einzige Weg, richtige Entscheidungen zu treffen. Dieser Weg ist nicht immer einfach, aber dazu gibt es keine Alternative. Diesen Weg bin ich acht Jahre gegangen, er war nicht ganz hindernisfrei und dennoch einer meiner schönsten Lebensabschnitte. Die Bürger haben nun mehrheitlich entschieden, dass sich unsere Wege trennen.

Ich danke allen, die sich an der Wahl beteiligt haben und von ganzem Herzen natürlich denen, die mir ihre Stimme und damit ihr Vertrauen schenkten. Der neuen Bürgermeisterin wünsche ich gute Entscheidungen für unsere schöne Stadt.

Annett Jura: Eine Nachricht, eine E-Mail mit Glückwünschen folgt der anderen. Es ist schon ein besonderes Gefühl, wenn der eigene Name oben auf dem Titelblatt der Zeitung steht. Natürlich ist meine Freude groß. Da schwingt auch Erleichterung mit und vor allem Dankbarkeit, dass die Perleberger so zahlreich zur Wahl gegangen sind, die mit 54,7 Prozent Wahlbeteiligung höher lag als vor acht Jahren. Da waren es 50,25 Prozent. Natürlich sind diese Zahlen immer relativ und man hätte sich eine noch höhere Beteiligung gewünscht, wie in Netzwerken zu lesen ist. Fest steht aber, das Interesse ist gewachsen. Diesen Schwung mitzunehmen, würde ich mir wünschen, dass die Bürger Lust haben, uns in unserer Arbeit zu beobachten. Dass sie Lust haben, sich je nach ihren Möglichkeiten, auch selbst einzubringen. Und dass sie vor allem keine Berührungsängste haben, mich auch weiterhin anzusprechen. Ich will eine Bürgermeisterin für alle sein.

Hans-Peter Steinke, stellvertretender Fraktionsvorsitzender (CDU): Rainer Pickert (Fraktionsvorsitzender) ist Montag ganz entspannt in den Urlaub gefahren. Zur Wahl kann ich nur sagen – Spannung bis zum Schluss und große Erleichterung, als das Ergebnis endlich da war. Mit Blick auf den Wahlkampf und die ganzen Debatten, die geführt wurden, wich die Anspannung. Die Arbeit hat sich gelohnt und wir können jetzt nach vorn, in die Zukunft schauen, auch was die Zusammenarbeit mit den Linken angeht. Zu sachbezogenen Themen gab es da aber eigentlich nie Probleme. Jetzt sind die Voraussetzungen noch besser. Ich denke, Annett Jura ist eine Frau, die sich durchsetzen kann. Sie ist die richtige Frau am Steuer. Den Neuanfang haben wir damit schon, es geht jetzt darum, ihn an wichtigen Themen festzumachen. Es gibt etliche Baustellen, denen wir uns als Stadtverordneten widmen müssen.

Thomas Domres (Linke): Die Perleberger haben entschieden und wir werden ohne Wenn und Aber dieses Votum anerkennen. Wir haben angeboten, dass wir sachlich und konstruktiv mit der neuen Bürgermeisterin zusammenarbeiten wollen, um vor allem die Arbeit in der Stadtverordnetenversammlung inhaltsreich zu gestalten. Wir hoffen, dass die Querelen, wenn sie aufgearbeitet sind und das muss sein, vorbei sind. Wir wollen zusammenarbeiten.

Hartmut Schneider (SPD): Dass wir über das Wahlergebnis glücklich sind, das ist nachvollziehbar. Wir freuen uns, es ist aber kein Triumphgefühl, denn 45 Prozent derjenigen, die zur Wahl gingen, sehen es anders. Denen müssen und werden wir nun beweisen, dass wir es besser können. Unsere Aufgabe ist, schnell zu einer vernünftigen, sinnvollen Teamarbeit in der Stadtverordnetenversammlung, im Rathaus für ganz Perleberg zu kommen. Jetzt sollte es dafür keine Grenzen geben. Nicht in die Vergangenheit schauen, sondern nach vorn blicken, das wollen wir.

Dr. Joachim Ritter (FDP): Natürlich freuen wir uns über das Wahlergebnis, schließlich war Annett Jura auch unsere Kandidatin. Verbinden tue ich mit dem Wechsel, dass endlich wieder Ruhe und Frieden in die Stadtverordnetenversammlung einzieht und die reine Sacharbeit in den Vordergrund rückt. Aufgaben haben wir genügend. Es zählt, was unsere Stadt nach vorn bringt. Dafür sind auch wir als Stadtverordnete angetreten.

Stefan Kunzemann (B 90/ Grüne): Grundsätzlich freuen wir uns sehr. Jetzt besteht die Chance, zu einer Sachlichkeit zu kommen, wo es um Fragen der Entwicklung der Stadt geht. Als Grüne versprechen wir uns natürlich viel von der Teamfähigkeit, die Annett Jura als eine ihrer Stärken benennt. Das ist ein sehr wichtiger Ansatz, unterschiedlich viele in den demokratischen Prozess einzubeziehen, Fachleute ebenso wie Bürger und Ehrenamtler.

Das passt gut zu uns. Nur in Teamarbeit lässt sich auch was bewegen. An Sachthemen sich „abzureiben“, das muss Ziel sein und nicht als „Geschichtsaufarbeitungsmaschine“ zu fungieren. Letzteres ist nicht unsere Aufgabe als Abgeordnete.

Edwin Grönboldt (Bauernverband): Die Wahl ist gelaufen, mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden. Als Kreisbauernverband haben wir Annett Jura unterstützt, ihr unser Mandat gegeben. Wie gesagt, die Wahl ist gelaufen, jetzt wird gearbeitet.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen