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Der Prignitzer

25. November 2017 | 12:43 Uhr

Verkehr : Nachtzug: Alle einsteigen, bitte!

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Testlauf für späte Bahnverbindung von Berlin in die Prignitz am 13. und 21. Juni sowie 29. August / 30 Prozent der Sitzplätze müssen belegt sein

von
erstellt am 24.Mai.2015 | 08:00 Uhr

In Kürze ist es soweit: An drei Terminen fährt ein später Zug auf der Linie des RE 2 von Berlin zurück in die Prignitz. Sollten am 13. und 21. Juni sowie am 29. August ausreichend Fahrgäste unterwegs sein, wäre die Region einer regelmäßigen späten Verbindung von der Hauptstadtregion aus ein ziemliches Stück näher. Die Initiativgruppe Nachtzug RE 2 möchte – stellvertretend für viele Einwohner Nordwestbrandenburgs – die Anbindung nach Berlin weiter verbessern. An den Testtagen sind jeweils mehr als 30 Prozent der Sitzplätze zu belegen, das heißt, jeweils 150 Bahnfahrer müssen ab Berlin in den Zug steigen. „Ob die Verbindung dauerhaft eingerichtet werden kann, liegt an uns“, so die Initiativgruppe.

Anfang dieses Jahres informierte Katrin Lange, Staatssekretärin im Potsdamer Infrastrukturministerium, dass aus ihrer Sicht eine testweise Wiedereinrichtung der Nachtverbindung möglich sei. „Bürger aus der Prignitz und dem Havelland hatten in den letzten Monaten für die Wiedereinrichtung eines Nachtzuges von Berlin in die Region geworben“, verwies Lange zunächst auf die Hintergründe der Reaktion aus dem Ministerium.

Demzufolge soll nun an drei Tagen die Verbindung getestet werden. Sofern zu diesen Terminen mehr als 30 Prozent aller Sitzplätze belegt seien, werde geprüft, ob die Verbindung dauerhaft eingerichtet werden könne. Ohne diesen Praxistest hingegen dürfte es schwer fallen zu ermitteln, ob man die erforderliche Auslastung erreicht. „Die Alternative wäre eine Verkehrsstudie, die aber deutlich teurer wäre als der Praxistest, der etwa 15  000 Euro kostet“, verdeutlicht die Staatssekretärin.

In der Prignitz sind 2014 mehr als 5000 Unterschriften für eine zusätzliche Nachtzugverbindung gesammelt worden. Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger hatte bereits im Juli vorigen Jahres angekündigt, dass die Prüfung eines zusätzlichen Zug-Angebotes für das Fahrplanjahr 2015/2016 möglich sei. Er verwies seinerzeit aber zugleich darauf, dass es den späteren Zug nach Wittenberge schon einmal gab, die Offerte damals jedoch nicht besonders genutzt worden sei.

Befürworter einer Spätverbindung begrüßen die aktuelle Entwicklung. Marcel Elverich von der Prignitzer SPD, der die Unterschriftensammlung in der Prignitz mit koordinierte, berichtete aus eigener Erfahrung, dass die Abfahrt um 22.25 Uhr zu zeitig ist, um Kulturevents in der Hauptstadt mit diesem Verkehrsmittel wahrzunehmen. „Wenn die um 19 oder 20 Uhr beginnen und zumeist nicht vor 22 Uhr enden, ist es kaum möglich, danach den Zug zurück in die Prignitz zu schaffen.“ Zudem, so Elverich, beruhte die Einstellung der Spätverbindung von Berlin in die Prignitz auf Fahrgastzahlen, die fast 15 Jahre alt seien. Inzwischen habe sich viel getan, was Kosten für Treibstoff und Unterhaltung eines Autos angehe, alles sei teurer geworden. „Deshalb denke ich, dass die Verbindung heute wieder sehr attraktiv sein kann.“  

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