Nachhaltigkeit ist das Wichtigste

Bei der Besichtigung der Dr. Otto GmbH: Uwe Neumann (Kuratoriumsmitglied), Dr. Michael Otto, Frank Schröder (Vorsitzender des Kuratoriums), Jeanette Fischer, Martina Grade und Heike Garbe (Biosphärenreservat). philipp dickersbach
Bei der Besichtigung der Dr. Otto GmbH: Uwe Neumann (Kuratoriumsmitglied), Dr. Michael Otto, Frank Schröder (Vorsitzender des Kuratoriums), Jeanette Fischer, Martina Grade und Heike Garbe (Biosphärenreservat). philipp dickersbach

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04. September 2012, 07:14 Uhr

Prignitz | Unternehmen, die im Unesco Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe tätig sind, können ab sofort Partnerbetrieb des Reservats werden und so von dessen Bekanntheitsgrad profitieren. Voraussetzung ist, dass der Betrieb sich für das Ziel einer nachhaltigen Regionalentwicklung engagiert. Vor der Aufnahme als Partnerbetrieb steht jedoch ein umfangreicher Zertifizierungsprozess.

Vier Unternehmen, darunter ein landwirtschaftlicher Betrieb, die Burg Lenzen sowie die Lenzener Filzschauwerkstatt, besuchen Mitarbeiter des Biosphärenreservats in dieser Woche, um die notwendigen Informationen vor Ort, anhand eines Fragebogens und einer Betriebsbesichtigung, einzuholen. Als erstes kam am Montag die Dr. Otto GmbH in Wittenberge an die Reihe. "Wir feiern hier quasi unsere Premiere, denn es ist der erste Betrieb in der Region, den wir uns als möglichen Biosphären-Partner anschauen", sagte Jeanette Fischer, Leiterin des Reservats. Sie betonte, dass bei den Partnerunternehmen der Nachhaltigkeitsgedanke ein wichtiger Aspekt sein müsse.

"Wir sehen eine Zertifizierung als Auszeichnung", sagt Geschäftsführer Dr. Michael Otto. Eine Partnerschaft mit dem Biosphärenreservat würde den Betrieb hervorheben, so der promovierte Jurist. Das 1990 gegründete Unternehmen hat sich auf die Analyse und Gewinnung von Pflanzeninhaltsstoffen spezialisiert. "Daneben kreieren wir Naturprodukte und versuchen, diese am Markt zu platzieren", so Otto. Das Unternehmen suche derzeit einen strategischen Partner. "Mit einer Partnerschaft mit dem Reservat würde sich die Zertifizierungs- und Überwachungskette schließen", sagte Otto.

Seit gut einem Jahr stellt das Unternehmen mit Sitz im Industriegebiet Süd zudem einen Prignitzer Kräuterbitter her. Zwar kommen nicht alle Kräuter für den "Fährmann Hildebrand" aus der Prignitz, trotzdem sei das Produkt stark regional verankert, so Otto.

Mitarbeiter helfen beim Ausfüllen des Fragebogens

"Einen Betrieb zu zertifizieren ist schwierig", gibt Martina Grade, Mitarbeiterin beim Biosphärenreservat, zu bedenken. Dies liege insbesondere daran, dass die Unternehmen in unterschiedlichen Branchen wie Landwirtschaft, Gastronomie oder Lebens- und Genussmittel tätig seien. Den Fragebogen füllen die Mitarbeiter des Reservats deswegen mit den Firmenchefs gemeinsam aus.

Von den Unternehmen wird erwartet, dass sie sich mit den Zielen des Biosphärenreservats identifizieren. Wichtigster Punkt ist hier "die Sicherung und Weiterentwicklung dauerhaft umweltgerechter Lebens- und Wirtschaftsweisen und die dafür erforderliche Infrastruktur einschließlich der sozialen und kulturellen Grundlagen", wie es auf der Homepage des Reservats heißt. Gleichzeitig müssen die Unternehmen branchenspezifische Kriterien erfüllen, die ihren Betrieb als besonders umweltgerecht, ressourcenschonend und regional auszeichnen und sich zur aktiven Mitarbeit mit der Biosphärenreservatsverwaltung bekennen.

Die Entscheidung, ob ein Unternehmen Partner des Biosphärenreservats wird, trifft ein Vergaberat. Fällt die Entscheidung positiv aus, darf das Unternehmen mit dem Label "Partner des Unesco Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe" werben und erhält Unterstützung beim Marketing. Zudem wird der Betrieb in eine umfangreiche Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit eingebunden.

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