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Endlos-Projekt A-14-Erweiterung : Nach Magdeburg? Nicht vor 2023

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Mecklenburgs Verkehrsminister Christian Pegel bleibt beim Lückenschluss der Autobahn 14 vor Unternehmern realistisch

von
erstellt am 31.Mär.2017 | 21:00 Uhr

„Ich wäre auf Knien dankbar, wenn wir das bis 2023 oder 2024 schaffen würden.“ Gesagt hat das in dieser Woche Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister Christian Pegel vor Unternehmern in Ludwigslust. Gemeint ist die Schließung der immer noch größten Lücke im deutschen Autobahnnetz auf der A 14 zwischen Schwerin und Magdeburg.

Diese Schätzung des Fachministers ist neu, denn bisher hatte es im Land immer noch die Hoffnung gegeben, dass Magdeburg über diese Autobahn schon 2020 oder ein Jahr später erreichbar wäre. Auch Brandenburgs Landesregierung hielt offiziell trotz der bekannten Schwierigkeiten und Verzögerungen bei Wittenberge und mit der Elbquerung an 2020 fest. Daran glaubt Minister Christian Pegel offenkundig nicht.

Pegel ist Stammgast beim Wirtschaftsfrühstück von Unternehmerverband West-Mecklenburg sowie vom Handels- und Gewerbeverein Ludwigslust und Umgebung. Pegel, dem das Thema vorher angetragen worden war, legte zur A 14 die Fakten auf dem Tisch.

Mecklenburg habe beim Autobahnbau seine Hausaufgaben so gut wie erledigt. Er gehe davon aus, dass der Abschnitt zwischen Grabow und Groß Warnow Ende des Jahres übergeben werden kann, wenn nicht noch etwas Großes dazwischen komme. Damit könne man dann vom Kreuz Schwerin bis nach Karstädt durchfahren. Doch dann begännen die Unwägbarkeiten.

Pegel: „Ich könnte es mir einfach machen und sagen, dass dies nicht auf unserem Schreibtisch liegt. Doch der Blick auf die anderen Schreibtische in Brandenburg und vor allem in Sachsen-Anhalt sagt mir, dass es große Risiken gibt. Ich weiß aber auch, dass diese Autobahn nur richtig Sinn macht, wenn man sie durchgängig befahren kann.“ Er halte aber bisherige Schätzungen, die von 2020/21 sprachen, für zu optimistisch.

Ohne den Mecklenburger Anteil sind noch neun Teilabschnitte bis zum Lückenschluss offen. Für zwei davon gibt es Baurecht, alle anderen befänden sich immer noch im Planfeststellungsverfahren bzw. haben diese Phase noch nicht einmal erreicht. Zumindest habe Sachsen-Anhalt für dieses Jahr einen Baubeginn auf mehreren Abschnitten angekündigt. Vorausgegangen war im Dezember ein vergleich vor dem Bundesverwaltungsgericht mit dem klagenden BUND. Ob die Umweltschutzorganisationen noch gegen weitere Abschnitte klagen werden, wisse man nicht. Pegel habe schon häufiger ihm unbekannte Tierarten googeln müssen, um zu erfahren, welche Hindernisse es bei Bauvorhaben gäbe.

Die Äußerungen und Schätzungen des Ministers zum Autobahnbau wurden in der Runde nicht kommentiert. Dabei gehört der Unternehmerverband seit vielen Jahren zu den größten Befürwortern des Lückenschlusses und hatte dafür vor Jahren Unterschriften gesammelt. Pegel konnte als Trost mitgeben, dass nach seinen Informationen in beiden Bundesländern vor allem planerisch mit Hochdruck gearbeitet werde. Aber es gäbe gerade in Sachsen-Anhalt Gegner, die gegen alles klagen würden, was einen Stempel hat.  
 

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