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Nach Guttenberg: Unis setzen weiter auf Vertrauen

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erstellt am 01.Feb.2012 | 08:38 Uhr

Potsdam | Beim Schutz vor wissenschaftlichen Plagiaten setzen Brandenburgs Universitäten weiter auf Fachkenntnis und Vertrauen. Eine einheitliche Software zum Erkennen abgeschriebener Arbeiten, wie sie etwa die Universität Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern im Zuge des Skandals um die Dissertation des ehemaligen Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor von und zu Guttenberg (CSU) für 15 000 Euro pro Jahr erwarb, steht für keine der drei Hochschulen zur Debatte. Stattdessen ist es an den märkischen Universitäten jedem Professor freigestellt, ob und wann er ein Programm zur Erkennung von Plagiaten verwendet.

"Es steht im Ermessen eines jeden Prüfers, ob er so eine Software anwendet", sagt die Potsdamer Universitätssprecherin Birgit Mangelsdorf dieser Zeitung. Der erfolgversprechendere Ansatz wäre aber eine bessere Betreuung und Begleitung der Studenten. "Gegenseitiges Vertrauen und gute Zusammenarbeit sind eine Basis für wissenschaftliches Arbeiten", sagt Mangelsdorf. "Hier an der Universität möchten wir uns nicht gegenseitig unter Generalverdacht stellen." Auch an der Brandenburgischen Technischen Universität in Cottbus gibt es keine einheitliche Lösung. "Es gibt Professoren, die schwören auf die Verwendung von Plagiats-Software, und es gibt andere, die sagen, dass man abgeschriebene Arbeiten eigentlich selbst erkennen müsse", sagt Pressesprecherin Marita Müller. "Wenn jemand einen Verdacht hat, geht er natürlich akribisch vor - aber zum Glück sind solche Situationen bei uns nicht gang und gäbe."

Auch Michaela Grün von der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) erklärt, dass zwar Arbeiten von Studierenden stichprobenartig mit Hilfe einer Plagiats-Software geprüft werden. Bei Dissertationen gebe es aber keine systematische Kontrolle außerhalb der für die Bewertung der Arbeiten zuständigen Prüfungskommissionen. Selbstverständlich könnten der jeweilige Doktorvater oder Doktormutter auch Software zum Erkennen von Plagiaten einsetzen - ob sie es aber tatsächlich machen, entschieden die Prüfer am Ende selbst.

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