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Hilfe nach Feuer : Nach dem Blitzschlag bleibt nur eine Ruine

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Betroffene Familie kommt bei der Genossenschaft Elbstrom unter / Dank für Spendenbereitschaft

Der Schock für Familie Beer aus Wittenberge hätte größer nicht sein können. Am Pfingstmontag erreicht sie auf dem Weg nach Hannover kurz nach neun Uhr die Nachricht, dass ihr Haus nach einem Blitzeinschlag in Flammen steht. Eine gute halbe Stunde später stehen Roland Beer und seine Frau fassungslos in der Paul-Lincke-Straße und sehen zu, wie die Feuerwehr die rauchenden Trümmer ihrer Existenz unter Wasser setzt, um auch die letzten Glutnester zu löschen.

Inzwischen läuft die Maschinerie zur Linderung der größten Not auf Hochtouren, das Ordnungsamt hat sich eingeschaltet und für die Obdachlosen eine Wohnung organisiert. „Wir haben im Bestand der städtischen Wohnungsbaugesellschaft und der Genossenschaft Elbstrom nach Wohnungen gesucht und sind auch fündig geworden“, sagt Ordnungsamtsleiter Gotthard Poorten und richtete einen Dank an beide Unternehmen, die schon häufig in derartigen Fällen schnell und unbürokratisch Hilfe geleistet hätten.


Wohnung von der WGE, Möbel von der AWO


Bereits am Vormittag organisierte Karsten Korup, Geschäftsführer der WG Elbstrom, gemeinsam mit den Beers im Möbellager der Awo in Perleberg die notwendiegen Möbel und den Hausrat, um die Wohnung provisorisch auszustatten. „Einer unserer Mitarbeiter ist ab sofort quasi rund um die Uhr beschäftigt, die Wohnung bis spätestens Freitag bezugsfertig zu machen.“

Vom Hausrat der Familie hat das Unglück absolut nichts übrig gelassen. „Was die Flammen nicht geschafft haben, ist im Löschwasser abgesoffen“, sagte Roland Beer nüchtern. Auf die vielen Angebote, Sachen oder Geld zu spenden, die unter anderem über unsere Facebookseite die Redaktion erreichten, reagierte die Familie mit Dank und freundlicher Ablehnung. „Wir kommen momentan zurecht, aus diesem Grund sind Spenden an uns nicht nötig“, so Roland Beer.

Wenngleich Blitze für Gebäude nach wie vor eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellen, sieht man insbesondere auf Einfamilienhäusern immer seltener den charakteristischen Draht auf dem Dachfirst. „Das liegt daran, dass ein Blitzableiter – fachlich korrekt heißt es Blitzfangeinrichtung – bei Wohnhäusern nicht vorgeschrieben ist“, sagt der Wittenberger Architekt Uwe Magolz. Lediglich für Sonderbauten wie Krankenhäuser oder Betriebe seien derartige Leitungen, die einen Blitz oberhalb des Daches abfangen und direkt in die Erde ableiten, obligatorisch.


Schutzmaßnahmen innen und außen


„Klar sparen viele Bauherren, wo es geht. Das ist bei den Summen, die ein Neubau verschlingt, auch verständlich. Andererseits muss man sich die Frage stellen, ob Angesichts einer Investition von 100 000 bis 200 000 Euro Für ein Einfamilienhaus die 3000 Euro, die die Installation einer Blitzschutzanlage vielleicht kostet, wirklich ins Gewicht fallen.“ Kommt es tatsächlich zum Einschlag, sei die Brandgefahr bei Vorhandensein eines Blitzableiters um ein Vielfaches geringer.

Ebenso wichtig sei der innere Blitzschutz, macht der Fachmann deutlich. „Schlägt ein Blitz in eine Stromleitung ein, kann diese Spannungsspitze elektrische Geräte zerstören oder durch einen Kurzschluss sogar in Brand setzen. Hier helfen Überspannungsschutzgeräte, die den Strom auf ein ungefährliches Maß reduzieren“, so Magolz.


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erstellt am 11.Jun.2014 | 08:00 Uhr

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