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Der Prignitzer

13. Dezember 2017 | 21:46 Uhr

Nach 30 Jahren aus der Schule geplaudert

vom

svz.de von
erstellt am 26.Okt.2012 | 10:22 Uhr

Perleberg | Zehn Jahre lang drückten sie gemeinsam die Schulbank in der POS "Hans Beimler", heute Rolandschule. Dann trennten sich ihre Wege - "etliche blieben aber in Perleberg oder zumindest in der Region", ist von Manuela Beetz zu erfahren. Gemeinsam mit Steffen Holtz, Silke Görigk und Ramona Karls organisierte sie ein Klassentreffen - nach 30 Jahren. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, vor zehn Jahren trafen man sich schon mal, "allerdings waren wir damals nur 20 Mann, mehr Adressen hatten wir nicht", so die Perle bergerin. Sie waren aber 34 Schüler und fast alle kamen am vergangenen Samstag. Und auch ihre letzte Klassenlehrerin Anneliese Dietrich ließ es sich nicht nehmen, ihre Schäfchen nach all den Jahren wiederzusehen.

Aus heutiger Sicht waren sie alle keine Musterknaben und die Schule einfach nur schön. "Wir haben viel unternommen, zur Jugendweihefahrt ging es nach Berlin - wir kleinen Provinzler fuhren in die Großstadt", klingt es unter allgemeinem Gelächter aus der Runde. Die Abschlussfahrt war dann zum Sternberger See. "Doch davon hat Frau Dietrich nicht viel gehabt. Sie hatte sich nämlich den Fuß verknackst", berichtet Manuela Beetz. "Stimmt", so zustimmend die Lehrerin, "weil ich versucht habe, mit Absatzschuhen vom Lkw zu springen." Die Jungs aus der Klasse hätten sich anschließend rührend um sie gekümmert. "Ich konnte kaum laufen, sie haben mich gestützt, mir das Essen gebracht und sogar eine Rose." Auch wenn man keine Unterschiede als Lehrerin machen soll, "sie waren meine Lieblingsklasse, sie waren auch meine erste Klasse als ich nach Perleberg kam." Von der 8. bis zur 10. Klasse war Anneliese Dietrich ihre Klassenlehrerin. "Sie waren schon schwierig, doch irgendwie hatte ich von Anbeginn bei ihnen einen Stand", plaudert sie im wahrsten Sinne des Wortes aus der Schule.

Den Kartenständer so manipuliert, dass er bei Berührung in sich zusammenrutschte, dem Lehrer einen Lachsack unter den Stuhl gelegt, die Mappen aus dem Fenster gehangen, "weil uns einfach mal so war", die Reihe der Streiche, die am Samstag noch einmal im Geiste nacherlebt wurden, war schier endlos. "Aber ansonsten waren wir doch recht fleißige Schüler", kommt prompt als Entschuldigung. Drei Klassentadel hätten sie in den zehn Jahren gefangen - ein Beleg vor allem aber dafür, dass, wenn es darauf ankam, zusammengehalten wurde. Ein Klassentadel, war wie ein Klassenlob - kaufen konnte man sich dafür nichts, es tat aber auch nicht weh.

So manche Anekdote wurde am Samstag nach dem kleinen Stadtrundgang mit kompetenter Führung durch Irmela Czubatynski im "Stadt Magdeburg" noch zum Besten geben und sich versprochen: Das nächste Klassentreffen wird nicht erst wieder in zehn Jahren folgen.

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