Eichenprozessionsspinner : NABU-Artikel sorgt für Irritationen

Der Eichenprozessionsspinner.
Der Eichenprozessionsspinner.

Kreistagsabgeordnete Bärbel Treutler reagiert auf Beitrag über die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners

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27. März 2015, 08:00 Uhr

Unser Artikel „Naturschutz fühlt sich ignoriert“, 25. April, Seite 7, über den Eichenprozessionsspinner habe für Irritationen gesorgt, reagiert die Kreistagsabgeordnete Bärbel Treutler (B90/Die Grünen).

Im Rahmen der Positionierung im Kreistag vom 11. September 2014 haben die Grünen eine Bekämpfung der Raupen nicht grundsätzlich abgelehnt, stellt Treutler klar. Die beiden Abgeordneten stimmten einer Resolution zu, nachdem diese um eine von ihnen vorgeschlagene Passage ergänzt wurde. Die Fraktionen waren dem Vorschlag der Grünen gefolgt. Die Resolution war an den Ministerpräsidenten gerichtet. Darin wurde das Land aufgefordert, die Bekämpfungsmaßnahmen zu unterstützen. „Im Nachgang wurden wir Grünen gebeten unsere bestätigten Ergänzungen in einem gesonderten Papier zu erläutern. Diesem Anliegen haben wir umgehend entsprochen“, schreibt Bärbel Treutler

Richtig sei allerdings auch, dass der NABU im Jahr 2014 eine einstweilige Verfügung beim Verwaltungsgericht Potsdam eingereicht hatte und in der Sache auch Recht bekam. Da die Bekämpfung im Landkreis Prignitz bereits zwei Tage vor der Urteilsverkündung erfolgte, hatte dies keinerlei Auswirkungen, so Treutler.

In der letzten Kreistagssitzung vom 12. März wiesen die Grünen darauf hin, dass es mit den Sprühaktionen allein nicht getan sei. Begründung: Die Brennhaare der Raupen bleiben dennoch an Gespinsten und Bäumen haften. „Die möglichen Allergiewirkungen der Brennhaare sind also mit dem Besprühen nicht verschwunden“, erklärt die Abgeordnete.


Nachbarkreis warnt seine Bürger


Außerdem wies sie auf einen Flyer des Nachbarlandkreises Lüchow-Dannenberg hin. In diesem werden Einwohner auf die Vermeidung des Laubharkens unter den betroffenen Bäumen aufmerksam gemacht. Durch Verwirbelungen und damit unbeabsichtigte Verschleppung der Brennhaare und der toten Raupen sei die Gefahr der Ausbreitung der Allergie auslösenden Brennhaare weiterhin gegeben. Diese könne nach wissenschaftlichen Untersuchungen ein bis sechs Jahre anhalten. „Insofern ist auch die Forderung berechtigt, das Absaugen der Nester und die rückstandslose Vernichtung dieser (Gespinste) einzufordern. Das zählt nach unserer Auffassung zu einer ganzheitlichen Bekämpfungsaktion, die natürlich auch finanziell durch das Land Brandenburg abgesichert werden muss“, sagt Treutler.

Dass die ablehnende Stellungnahme des NABU, hinsichtlich der Ausweitung auf die ausgewiesenen Schutzgebiete, keine Berücksichtigung gefunden hat, sei nach Auffassung der zwei Abgeordneten allerdings ein Fehler, da es berechtigte Hinweise auf die Auswirkungen gegenüber anderen Lebewesen durch Dipel ES gebe.

Zugleich stellen die Abgeordneten fest: „Egal ob es um unsere Anfragen zum CC-Verfahren in der Landwirtschaft, unsere Positionierung zur Unterfinanzierung der Unteren Naturschutzbehörde Prignitz, dem Antibiotika-Einsatz in der Tierhaltung oder unsere sach- und fachgerechten Anfragen und Hinweise zur geplanten Hähnchen-Mastanlage in Gumtow ging, bisher verliefen diese Gespräche fair.“
 

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