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Konzert in Perleberg : Musikalisch ins Mittelalter

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der Perleberger Kulturverein krönte sein Vorhaben, mittelhochdeutsche Liedtexte von Süßkindt aufzunehmen, mit einem Konzert

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erstellt am 22.Okt.2017 | 21:00 Uhr

„Es ist der Abschluss einer wunderbaren Arbeit und Woche hier in Perleberg“, sagt Jalda Rebling. Wenige Minuten später steht die Künstlerin, die als Kantorin, Schauspielerin und Sängerin jiddischer Lieder und mittelalterlicher Musik internationalen Ruf genießt, in der Aula des Gottfried-Arnold-Gymnasiums auf der Bühne. Rebling singt, begleitet von hochkarätigen Instrumentalisten, mittelalterlicher Musik. Es sind vertonte Texte von Süßkindt von Trimberg (1230 bis 1300). Jener gilt – historisch bezeugt – als jüdischer Autor mittelalterlicher Dichtung.

Süßkindts Dichtungen und deren Vertonung hatten Jalda Rebling und ihre Musikerkollegen Susanne Ansorg, Fideln und Perkussionsinstrumente, Stefan Maass, Lauten, Hans-Werner Apel, 14-seitige Leier, und Elisabeth Seitz, Salterio, nach Perleberg geführt. Bis vergangenen Freitag haben die Künstler in der St. Jacobikirche gearbeitet, Texte und Melodien zu einem gemeinsamen Klangerlebnis verarbeitet und schließlich für eine CD eingespielt.

„Unser Wunsch ist es, über eine CD zu verfügen, die wir dem Katalog über die Ausstellung beilegen können, die für das nächste Jahr im Judenhof geplant ist“, sagt Hartmut Schneider als Vorsitzender des Perleberger Kulturvereins. „Damit machen wir die Zeit, in der Süßkindt von Trimberg lebte, in der Ausstellung noch auf besondere Weise erlebbar.“

Ihre besondere Bedeutung dürften die Aufnahmen und später die CD durch die Mitwirkung der hervorragenden Musiker erhalten. „Ich bin froh, dass wir uns hier alle in Perleberg für diese Zeit treffen konnten“, sagt Jalda Rebling, die Experten für mittelalterliche Musik seien viel unterwegs, international gefragt. Deshalb sei auch der Kulturverein überaus glücklich, „dass wird dieses Projekt umsetzen konnten“. Der Kulturvereinschef hebt den großen Anteil hervor, den Rainer Meißle, der speziell das Projekt Judenhof betreut, habe.

Rückenwind erhielt der Perleberger Kulturverein aber auch aus Potsdam. Ministerpräsident Dietmar Woidke übernahm die Schirmherrschaft für das mittelalterliche Konzert am Sonnabend. Möglich war laut Schneider das gesamte Projekt nur mit finanzieller Unterstützung des Landes Brandenburg, des Bürgervereins sowie dem Perleberger Gymnasium.  

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