Landpfarrhaus Blüthen : Museum erhält 20 000 Euro

Hans-Ulrich Wolf im „blauen Salon“ des Landpfarrmuseums in Blüthen.  Fotos: Sophie Stange
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Hans-Ulrich Wolf im „blauen Salon“ des Landpfarrmuseums in Blüthen. Fotos: Sophie Stange

Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Prignitz fördern damit die Restaurierung des Landpfarrhauses in Blüthen

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27. Juli 2015, 22:00 Uhr

Die Wände strahlen in einem kräftige Rot, antike Möbel stehen im Raum und Erklärtafeln erzählen von einer Zeit, die längst vergangen ist und bis in das Jahr 1863 hineinreicht – gemeint ist „Der rote Raum“ im Landpfarrmuseum in Blüthen. In diesem überreichte gestern die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Prignitz dem Kirchenältesten und Initiator des Projektes, Hans-Ulrich Wolf, einen Zuwendungsbescheid über 20  000 Euro. Die Fördermittel sollen für weitere Restaurierungsmaßnahmen des Museums genutzt werden.

Das Ziel haben die ehrenamtlichen Helfer des Projektes dabei immer klar vor Augen: Bis zum 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017 soll das Landpfarrmuseum weitestgehend fertiggestellt werden. Die Fördergelder kommen da natürlich gerade recht. So sei als nächstes der „Blaue Salon“ an der Reihe. „Dieser soll museal noch ausgestaltet werden“, erzählt Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Prignitz. Des Weiteren sollen Zeitzeugen gefunden werden, die noch mehr zu den geschichtlichen Hintergründe sagen können. Auch die Küche und der Dachboden sollen noch verändert werden, wie Kirchenältester Hans-Ulrich Wolf sagt. „Wir wollen den Boden ausbauen. Dort sollen Bücher ihren Platz finden und ein Archiv entstehen“, so Wolf weiter.

Sieben Räume zählt das Anwesen. Das Besondere: Die Wände jedes einzelnen Zimmers sind in einem anderen Farbton gehalten. So gibt es unter anderem neben dem roten Raum, der sogenannten guten alten Stube, dem blauen Raum – dem Familienzimmer –, auch das Amtszimmer, das in einem hellen Grünton gehalten ist. Seit ungefähr sechs Jahren wird das Gebäude bereits renoviert und als Museum umgestaltet. „Jeder Beteiligte hat hier schon eine enorme Zeit investiert. Das geschieht alles ehrenamtlich“, sagt Wolf.

Dieses Durchhaltevermögen beeindruckt auch Friedrich-Wilhelm von Rauch, Geschäftsführer der Ostdeutschen Sparkassenstiftung: „Uns hat die Museumsidee des Pfarrhauses überzeugt. Nicht nur in den Großstädten, sondern auch in ländlichen Regionen, sollte Kultur und Geschichte erhalten und gepflegt werden.“ Die Idee aus einem alten Landpfarrhaus, das als Bildungs- und Kulturschmiede gilt, ein Museum zu machen, begeistert ihn. Zudem ist das Ensemble von Landpfarrhaus, Kirche, Pfarrgarten und benachbartem Dorfmuseum eine besondere Baulichkeit.

Dem stimmte André Wormstädt, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Prignitz, zu. So wollen sie mit der Förderung dazu beitragen, dass nicht nur die Lutherstadt Wittenberg in Sachsen-Anhalt bei den Feierlichkeiten zum Reformationstag 2017 genannt wird, sondern auch Blüthen in den Veranstaltungskalendern Erwähnung findet.

Doch damit Geschichtsbegeisterte auch den Weg nach Blüthen finden, muss noch an der Straßenbeschilderung gearbeitet werden. So warnt der Stiftungsdirektor von Rauch davor, dass zu wenig Schilder dazu führen könnten, einfach am Museum vorbeizufahren. Mithilfe der finanziellen Unterstützung soll auch daran gearbeitet werden. Der Bürgermeister der Gemeinde Karstädt, Udo Staeck, pflichtet dem Gedanken bei und sicherte zu, das Landpfarrmuseum in Blüthen touristisch mehr in den Vordergrund zu rücken.

Besucher müssen sich zudem noch auf feste Öffnungszeiten gedulden. Wer das Landpfarrmuseum in Blüthen besichtigen möchte, kann sich bei Hans-Ulrich Wolf oder im Museum anmelden.

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