zur Navigation springen

Ehemaliger Flugplatz Perleberg : Munition an Ort und Stelle gesprengt

vom

Donnerstag Vormittag: Ein dumpfer Knall, Erde wird in die Luft geschleudert. Dann zieht nur noch Rauch über die Brachfläche an der L 12 zwischen Perleberg und Sükow. 200 Granaten wurden an Ort und Stelle gesprengt.

svz.de von
erstellt am 06.Apr.2012 | 05:15 Uhr

Donnerstag, kurz vor 11 Uhr: Ein dumpfer Knall, Erde wird in die Luft geschleudert. Dann zieht nur noch weißer Rauch über die Brachfläche an der L 12 zwischen Perleberg und Sükow. „Wir haben an die 200 sogenannte zwei Millimeter Sprenggranaten, die nicht mehr transportfähig waren, an Ort und Stelle gesprengt“, erläutert Gerd Fleischhauer vom Kampfmittelbeseitigungsdienst. Er ist als Truppführer zuständig für die Prignitz und Ostprignitz-Ruppin.

Seit Mitte Dezember 2011 ist die Firma Tauber/Lutomsky auf dem ehemaligen Perleberger Flugplatz dabei, die Fläche systematisch nach Altmunition abzusuchen und diese dann zu beräumen. Dabei geht es konkret um das Areal, auf dem die Gehrlicher Solar AG ein Photovoltaik-Kraftwerk errichtet. Das Unternehmen geht dabei ähnlich vor wie die meisten Investoren, deren Projekte sich auf möglicherweise munitionsbelasteten Flächen bewegen: Es engagierte eine zertifizierte Firma, die die eigentliche Suche und Beräumung vornimmt. KMBD-Mitarbeiter begutachten dann die Funde, kümmern sich um die Beseitigung bzw. den Abtransport. Und jene Bordwaffenmunition, die Donnerstag gesprengt wird, ist nicht mehr transportfähig.

Derweil haben acht Kameraden der Perleberger Feuerwehr, Revierpolizist Fritz Möller und Kollegen der Beräumungsfirma Posten entlang eines Sicherheitsbereiches von rund 700 Metern bezogen, lassen hier niemanden mehr aufs Feld. Am Feldrand werden noch die letzten Paletten für die Solarunterkonstruktionen entladen. Dann ruht die Arbeit, einzig ein Bagger schaufelt in der Ferne noch Massen von Sand in eine Grube. „Sie ist 1,50 Meter tief. Darin liegt die Munition, die dann mit einer tüchtigen Erdschicht abgedeckt wird, um den Splitterflug zu verringern“, ist von Fleischhauer zu erfahren.

Der Bagger und die Fahrzeuge des Kampfmittelbeseitigungsdienstes ziehen sich ebenfalls in sichere Entfernung zurück. Dann das Signal, kurze Zeit später die kontrollierte Detonation. Auf der Straße nach Sükow und auf der B 189 rollt wie eh und je der Verkehr. „Wir brauchten hier nichts zu sperren oder zu evakuieren“, fügt der Truppleiter an.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen