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Rotary hilft Ebola-Opfern : Münzen helfen in Westafrika

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Rotary Club unterstützt Aktion in Ebola-Ländern und baut ein Haus für Waisenkinder in Liberia

von
erstellt am 21.Apr.2016 | 09:55 Uhr

Es sind fast ausschließlich Centstücke, nur vereinzelt ist mal eine Ein- oder Zwei-Euro-Münze darunter. Aber als der letzte Taler im Zählautomaten verschwunden ist, stehen rund 211 Euro auf der Anzeigetafel. „Das ist eine kleine Überraschung“, sagen Karin Steinberg von der Buchhandlung Lesezeichen in Wittenberge und Waltraud Wallasch vom Rotary Club Perleberg.

Der Club hatte in den vergangenen Monaten für die Ebola-Opfer in Westafrika Spenden gesammelt. Der jüngste und bisher tödlichste Ausbruch der Ebola-Seuche ist nahezu aus der Öffentlichkeit verschwunden. 28  000 Menschen waren erkrankt, mehr als 11000 starben, verweist Waltraud Wallasch auf offizielle Zahlen des Robert Koch Instituts.

Noch während die Krankheit in Ländern wie Guinea, Liberia und Sierra Leone wütete, entschied sich der Rotary Club zu helfen. Die Frage war nur: wie? „Wir allein sind zu klein, um ein Hilfsprojekt in Afrika zu finanzieren“, sagt Waltraud Wallasch. Aber Rotary ist ein weltweit vernetzter Club und diesen Vorteil nutzten die Prignitzer Rotarier aus.

Der Club aus Grevesmühlen in Mecklenburg-Vorpommern war bereits einen Schritt weiter. Er hatte 100 große Blechdosen bei einer Firma in Frankfurt am Main bestellt und mit Aufklebern versehen: „Münzen für die Opfer von Ebola“. Auf einem Norddeutschen Rotary-Treffen baten die Grevesmühlener alle Clubs um Unterstützung. „Wir nahmen uns eine Blechdose, stellten diese im Buchladen auf“, blickt Wallasch zurück.

Schnell klapperten die ersten Münzen in der Dose. Kunden hätten oft ihr Wechselgeld gespendet, erzählt Verkäuferin Karin Steinberg. Manche erkundigten sich ganz gezielt nach dem Hilfsprojekt und Stammgäste nach dem aktuellen Stand der Spendensammlung.

Die ist jetzt abgeschlossen. Der Rotary Club Perleberg hat den Betrag auf 250 Euro aufgerundet und auf ein Sammelkonto überwiesen.

„Das ist toll, vielen Dank“, sagt Martin Klein, Initiator der Aktion und Flüchtlingsbetreuer im Rotary-District 1940. In Zusammenarbeit mit dem Rotary-District Westafrika, der Bundesregierung und der Weltgesundheitsorganisation WHO hat man sich für ein konkretes Hilfsprojekt entschieden. „Wir wollen ein Wohnhaus für Kinder in Liberia errichten, deren Eltern durch Ebola gestorben sind“, sagt Martin Klein. Aus verschiedenen Gründen könnten die Waisenkinder nicht in ihre Heimatdörfer zurückkehren.

Der international agierende Orden Don Bosco will die Unterkünfte bauen. Mittel für die Ausstattung stehen zur Verfügung, aber nicht für den Bau. „Dabei helfen wir Rotarier. Allein in unserem District sind einschließlich der Prignitzer Spende über 10  000 Euro zusammengekommen“, freut sich Martin Klein, und Waltraud Wallasch ergänzt: „Wir danken allen, die uns bei diesem Projekt unterstützt haben.“

 

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