Blaulicht zu nächtlicher Stunde : Müll angezündet: Großeinsatz in Perleberg

Mit einem Großaufgebot rückten die Feuerwehren gestern in den frühen Morgenstunden zu einem Kellerbrand aus. Er war schnell unter Kontrolle.  Fotos: Beate Mundt (2); Birgit Hamann
Mit einem Großaufgebot rückten die Feuerwehren gestern in den frühen Morgenstunden zu einem Kellerbrand aus. Er war schnell unter Kontrolle. Fotos: Beate Mundt (2); Birgit Hamann

18 Menschen mussten gestern in den frühen Morgenstunden wegen eines Kellerbrandes in der Friedensstraße aus Wohnhaus evakuiert werden

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03. September 2015, 20:00 Uhr

Kleine Ursache – große Wirkung. Und: Glücklicherweise ist vorletzte Nacht in der Friedensstraße nichts Ernsthaftes passiert. Aber der Reihe nach: Um 3.33 Uhr lief bei der freiwilligen Feuerwehr der Alarm auf. Ein „Gebäude groß“ sei betroffen. „Das muss dann nicht unbedingt ein großes Feuer sein, sondern die Klassifizierung erfolgt nach der möglichen Anzahl betroffener Personen“, erläutert Uwe Schleich, Sprecher der Ortsfeuerwehr Perleberg. Bewohner der Friedensstraße 12 hatten Brandgeruch bemerkt und verständigten geistesgegenwärtig die anderen Mieter des Aufganges. Nicht nur die e Perleberger Wehren, sondern auch alle Ortsfeuerwehren rückten ins Neubaugebiet aus, insgesamt 42 Blauröcke. Sie fanden ein verqualmtes Treppenhaus vor, ausgelöst durch einen Brand im Keller. „Der war noch im Entstehen begriffen“, so Schleich. Eine Tür, die Elektroanlage, Pappe und weitere Dinge, die hier lagerten, waren betroffen. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehrleute konnte der Brand allerdings binnen kurzer Zeit gelöscht werden.

Logistisch stellte der Einsatz dennoch eine besondere Herausforderung dar, denn die zu diesem Zeitpunkt im Haus befindlichen 18 Bewohner mussten allesamt evakuiert werden. „Vier von ihnen, zwei Erwachsene und zwei Kinder, kamen wegen des Verdachts einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus“, berichtet Uwe Schleich. Die anderen konnten etwa zwei Stunden nach der Alarmauslösung wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Neben den 42 Feuerwehrleuten war auch der Rettungsdienst mit drei Autos sowie einem speziellen Gerätewagen vor Ort, außerdem die Polizei. Letztere arbeitete mit Kriminaltechnikern gestern noch in der Friedensstraße, um die Brandursache herauszufinden. Aus Sicht der Feuerwehr lag Brandstiftung nahe. Genau das bestätigten die Recherchen der Polizei. Unbekannte hatten offenbar den vor einer Kellerparzelle liegenden Müll angezündet, so gestern Ariane Feierbach, Sprecherin der Direktion Neuruppin. An einigen elektrischen Leitungen im Kellerverschlag entstand Schaden. Der Energieversorger wurde verständigt und schickte einen Notdienst vor Ort. Der entstandene Sachschaden hält sich mit einer Summe von rund 500 Euro in Grenzen. Es war gestern übrigens gestern früh der 141. Einsatz der Ortsfeuerwehr Perleberg in diesem Jahr.


Wieder Ring vom Finger geflext


Kurz zuvor rückten Perleberger Feuerwehrleute zu einem ungewöhnlichen Einsatz ins Kreiskrankenhaus aus. Sie flexten einer Frau am Dienstagnachmittag einen Stahlring vom Finger, den sie auf normalem Wege nicht mehr abbekam und daher zunächst Hilfe in der Notaufnahme der Klinik gesucht hatte. „Das ist 2015 schon der zweite derartige Einsatz. Im Schnitt kommt das pro Jahr so ein- bis zweimal vor“, sagt Uwe Schleich. Zumeist seien Kinder betroffen. Dieses Jahr konnten die inzwischen auf solche Vorkommnisse spezialisierten Kameraden bereits ein Kind aus dieser misslichen Lage befreien. Auch der Einsatz am Dienstag ging gut aus.  

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