MRT: Ambulante Zulassung fehlt

Das Kreiskrankenhaus darf nur stationäre Patienten untersuchen. Archiv
Das Kreiskrankenhaus darf nur stationäre Patienten untersuchen. Archiv

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14. März 2013, 07:00 Uhr

Perleberg | Ambulante MRT-Untersuchungen darf das Kreiskrankenhaus Prignitz nicht durchführen. Dafür hat es keine Zulassung durch die Kassenärztliche Vereinigung. Das erklären Geschäftsführer Karsten Krüger und Klaus Schulze, Chefarzt der Radiologie. Sie beantworten damit die Frage unseres Lesers Frank Turban.

Er wandte sich an unsere Redaktion und fragte, ob man die von Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) dem Kreiskrankenhaus anlässlich einer Feierstunde zum 10. Jahrestag des Neubaus bescheinigte gute Qualität noch verbessern könnte? Zwar sei er immer gut behandelt worden in der Klinik, aber zwei Tatsachen stören ihn: Auf einen MRT-Termin müsse man drei bis fünf Wochen warten.

"Das Gerät steht dem Haus doch 24 Stunden zur Verfügung, warum kann man diese Zeit nicht effizienter ausnutzen?", fragt er. Er schlägt vor, die Untersuchungszeiten bis weit in den Abend hinein zu verlagern, damit Patient und Arzt schneller den medizinisch notwendigen Befund hätten. Seine zweite Anmerkung betrifft die ambulante Behandlungsmöglichkeit in Pritz walk. Für die dortige Radiologie genüge ein Überweisungsschein, der für Perleberg nicht ausreichend sei.

Überversorgt: Zwei radiologische Praxen im Kreis

"In Pritzwalk handelt es sich um eine radiologische Praxis", sagt Chefarzt Klaus Schulze. Sie befindet sich zwar räumlich in der KMG, werde aber von einer niedergelassenen Ärztin betrieben. Deshalb genüge für eine MRT-Untersuchung ein Überweisungsschein. "Hingegen ist unser MRT nur für stationäre Untersuchungen zugelassen. Wir haben keine Berechtigung, ambulante durchzuführen", so Schulze weiter.

Für den Patienten sei das gewiss schwer nachvollziehbar, aber die rechtliche Situation sei so. "Wir haben einen gesteuerten Wettbewerb. Niedergelassene Ärzte haben sozusagen ein Anrecht, auf eine bestimmte Anzahl von Untersuchungen."

Sicherlich könnte das Krankenhaus bei der Kassenärztlichen Vereinigung einen Antrag auf Zulassung stellen, doch die Erfolgsaussichten seien gleich Null. "Mit Wittenberge und Pritzwalk haben wir zwei radiologische Praxen und gelten damit als überversorgt", sagt Schulze. Laut Kassenärztlicher Vereinigung sei für unseren Kreis nur eine Praxis vorgesehen.

Dass es zwei sind, sei nur dem Umstand zu verdanken, dass die Praxen vor dem Zusammenschluss der Kreise Pritz walk und Perleberg entstanden seien. "Selbst wenn heute eine Praxis schließen würde, würde es keine neue geben", macht der Chefarzt deutlich. Dass die Wittenberger Praxis kein MRT-Gerät habe, sei unerheblich dafür. Es gehe lediglich um die Anzahl der radiologischen Praxen, aber nicht um deren Ausstattung.

Unter wirtschaftlichen Aspekten würde das Kreiskrankenhaus gerne die Betriebszeiten des MRT erweitern, sagt Geschäftsführer Karsten Krüger, denn das Gerät sei in der Tat nicht ausgelastet. "Der Leser hat völlig Recht." Sicherlich müsste in diesem Fall das Haus mehr medizinisches Personal einstellen, aber das wäre kein Hindernis, so der Geschäftsführer.

Doch ohne ambulante Zulassung die Betriebszeiten auszudehnen, mache keinen Sinn. "Wir haben keine verlässliche Größe, wissen nicht, wie viele Patienten zu uns eingewiesen werden", sagt Krüger. Der behandelnde Arzt entscheide, ob er den Patienten in eine Praxis überweist oder aber eine vorstationäre Untersuchung im Krankenhaus für notwendig erachtet. Nur in diesem Fall wäre ein MRT im Haus möglich. Die Wartezeit von vier bis sechs Wochen sei Durchschnitt in allen umliegenden Kliniken, informiert Klaus Schulze. Eine Untersuchung dauert zwischen 30 und 45 Minuten. "Also selbst wenn wir das MRT drei oder vier Stunden pro Tag länger betreiben, würde sich bei der Vielzahl von Patienten die Wartezeit nicht relevant verkürzen, so Schulze weiter.

Die Patienten kommen nach Perleberg aus der gesamten Prignitz, aus Kyritz, Salzwedel und gar aus Lüneburg.

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