Prignitz ist Heimat für junge Familie : Moritz, Haus und Baby-Bonus

Die kleine Familie: Maik Müller mit Lebensgefährtin Claudia Lenz und ihrem Söhnchen Moritz.
Die kleine Familie: Maik Müller mit Lebensgefährtin Claudia Lenz und ihrem Söhnchen Moritz.

Erstes Weihnachtsfest mit Kind für Claudia Lenz und Maik Müller in eigenen vier Wänden

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23. Dezember 2017, 18:00 Uhr

Für Claudia Lenz und Maik Müller war es ein überaus turbulentes Jahr. „Aber es war unser Jahr“, sagt das junge Paar. Fünf Jahre kannten sich der Zarrentiner, den die Arbeit als Rettungsassistent in die Prignitz verschlagen hatte, und die Retzinerin, dann funkte es. Schnell stellten die beiden fest: „Wir haben die gleiche Vorstellungen von der Zukunft“. Ein kleines Grundstück mit Grün drum herum, ein Haus, Kinder. Und fast genauso schnell bot sich die Chance, im Wolfsweg zu bauen. Das war im Sommer 2016. „Es ging an die Planung fürs Haus und als bald stand fest, dass dieses gleich ein Kinderzimmer haben wird“, erinnert sich der damals angehend Papa. Denn am 12. September erhielten sie die Bestätigung, dass ein Baby unterwegs ist.

Fast zeitgleich begann für Maik sein Lehrgang zum Notfallsanitäter. „Schaffen wir“, sagten sich die beiden damals, ohne zu wissen, was da alles auf sie zurollt. „Wir hatten maximal eine Ahnung“, gesteht die junge Verwaltungsfachwirtin, die in der Gemeinde Groß Pankow arbeitet.

Am 21. Februar war erster Spatenstich für das neue Zuhause, am 28. März schaukelte bereits die Richtkrone im Wind. Und zwischendurch ging es morgens zur Arbeit, anschließend auf die Baustelle, rief wieder der Pieper der Feuerwehr zum Einsatz oder forderte die Jugendwehr ihr Recht, denn schließlich ist Maik Müller auch Stadtjugendwart. Und dann war da auch noch der Lehrgang. Mindesten zwei Wochen im Monat war Maik in Potsdam, managte Claudia, inzwischen schon mit dickem Bauch, das Geschehen auf der Baustelle und alles, was damit zusammenhing. Am 6. Mai, standesgemäß zum Ausscheid der Jugendwehren der Stadt, meldete Klein-Moritz dann sein Erdendasein an. Und der stellte ihre Welt damit von heut’ auf morgen auf den Kopf, erzählen seine Eltern.

Fortan hatte Claudia für Kind und Hausbau den Hut auf, wenn Maik mal wieder die Schulbank in Potsdam drückte. Per Telefon stimmten sich die beiden ab, wenn aus dem kurzen Halt etwas entschieden werden musste.

Am 12. August, eine Woche vor Maiks großer Prüfung, zog die junge Familie in ihr neues Zuhause im Wolfsweg. Moritz, ein Haus voller Umzugkartons und der Mann in Potsdam. „Augen zu und durch“, sagte sich Claudia. Der Kleine schlief und die Mama legte wieder eine Nachtschicht ein. Mit dem Händchen einer Frau gab sie ihrem Wohntraum Gesicht und Atmosphäre, und als Maik nach Hause kam, war alles bereits an seinem Platz. „Ich habe einfach versucht, ihm den Rücken freizuhalten“, erzählt die 26-Jährige.

Die Prüfung zum Notfallsanitäter hat Maik erfolgreich bestanden, „und damit fiel uns ein großer Brocken von der Seele“, gestehen beide. Alles war auf einmal entspannter und die Zeit mit Mülli, wie sie liebevoll ihren Spatz nennen, konnten sie endlich genießen – ohne schlechtes Gewissen und den Gedanken im Kopf, „eigentlich müsstest du jetzt für die Prüfung lernen“.

Mit Moritz auf dem Arm ging es dann auch zur PVU. „Wir wollten nur etwas zu unserem Stromanschluss nachfragen“, berichten die beiden. Und schier gratis dazu gab es die Nachricht, dass es vom Prignitzer Versorger einen Baby-Bonus von 50 Euro gibt. „Einfach eine schöne Geste in einer Zeit, wo junge Familien oft auf sich allein gestellt sind“, so der junger Familienvater. „Unser neues Zuhause haben wir uns geschaffen, aber durch so etwas fühlt man sich auch willkommen“, ergänzt Claudia.

Ein Haus haben Maik und Claudia gebaut, mit Moritz schon für ersten Feuerwehrnachwuchs gesorgt und „der Baum wird im neuen Jahr gepflanzt“. Denn dann geht es an die Außenanlage, wird gepflastert und gepflanzt. Heirat? So schnell noch nicht, „wir wollen erstmal Luft holen.“ Zu seinem 30. Geburtstag im Dezember musste Maik den Besen schwingen und hat so zumindest schon ein Gefühl für die Treppe des Standesamtes bekommen. „Zum 40. rückwärts auf einen Esel durch die Stadt zu reiten, das tue ich mir nicht an.“ „Das ist doch mal eine Ansage“, kontert lachend seine bessere Hälfte.

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